Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Innsbruck

Familienvater warnt vor Gefahren an Bushaltestelle in Innsbruck

Anrainer aus dem Sieglanger in Innsbruck fordern einen Umbau der Haltestelle Peterbrünnlweg. Laut IVB ist bald eine Überprüfung geplant.

rund um die Bushaltestelle „Peterbrünnlweg“ sehen Anrainer viel Gefahrenpotenzial.

© Fasser/Domanigrund um die Bushaltestelle „Peterbrünnlweg“ sehen Anrainer viel Gefahrenpotenzial.



Von Michael Domanig

Innsbruck – „Hier gibt es großes Gefahrenpotenzial“, sagt Harald Fasser, fünffacher Familienvater aus dem Sieglanger – und meint damit den Bushalt Peterbrünnlweg.

Diese Haltestelle der Linie C Richtung Sieglanger – sie befindet sich nach der Abzweigung der Völser Straße, direkt vor der Einfahrt in die Weingartnerstraße – stamme noch aus Zeiten, als das Verkehrsaufkommen viel geringer und die Busse kleiner waren. Heute aber seien lange Gelenksbusse im Einsatz, die bis in die Steigung Richtung Osten hinreinreichen. Dadurch verschärfe sich die ohnehin beengte Straßensituation: Die Fahrgäste seien gezwungen, quasi „in die Hecke“ auszusteigen, die sich am rechten Straßenrand befindet, schildert Fasser – nicht nur für Frauen mit Kinderwägen unangenehm. Danach müssten die Passagiere hinten um den Bus herumgehen, befänden sich also mitten auf der Fahrbahn. „Selbst wenn man als Autofahrer nur mit 30 km/h daherkommt, hat man ein Problem, wenn jemand quasi aus der Hecke heraushüpft. Ich musste selbst schon einmal per Vollbremsung einen Unfall verhindern.“

Besonders prekär sei die Situation zu Stoßzeiten, bei schlechter Sicht und vor allem im Winter, wenn viel Schnee liegt. „Dann klettern viele Fahrgäste nach dem Aussteigen direkt über die Leitplanke am linken Fahrbahnrand und queren dann, besonders gefährlich, auch noch die Gegenfahrbahn“, berichtet Fasser – was aber auch im Sommer immer wieder vorkomme. „Es sollte überhaupt keine Haltestellen geben, wo Leute mitten auf der Straße aussteigen müssen“, meint er.

Fahrgäste müssen „in die Hecke“ aussteigen.
Fahrgäste müssen „in die Hecke“ aussteigen.
- Fasser/Domanig

Fasser schlägt vor, die Leitplanke teilweise rückzubauen und so die Straße zu verbreitern. „Oder man könnte mit dem Nachbarn darüber verhandeln, einen Teil der Hecke abzutreten, um eine Businsel zu errichten.“ Schon vor zwei Jahren habe er die Situation bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) und den Behörden aufgezeigt, es habe auch Besichtigungen vor Ort gegeben – passiert sei jedoch nichts. Daher habe er heuer erneut mit IVB, Stadt und Land Kontakt aufgenommen. „Andere Anrainer und ich sehen hier Gefahr im Verzug, uns dauert das zu lange.“

„Es handelt sich hier um eine von der Kraftfahrlinienbehörde konzessionierte Haltestelle“, stellt Kurt Schmarl, Leitstellenleiter bei den IVB, klar. In absehbarer Zeit – voraussichtlich Ende Juni, Anfang Juli – werde es aber eine neue Verhandlung geben, „bei der überprüft wird, ob die Haltestelle auf dem Stand der Technik ist oder ob es Neuerungen braucht“. Daran würden auch die Tiefbaubehörde der Stadt und die zuständigen Stellen des Landes teilnehmen, erklärt Schmarl. „Welche Maßnahmen oder Auflagen kommen – etwa ein zusätzlicher Schutzweg etc. – wird die Verhandlung zeigen.“

Nach dem Aussteigen müssen Passagiere die Fahrbahn queren oder über die Leitplanke klettern.
Nach dem Aussteigen müssen Passagiere die Fahrbahn queren oder über die Leitplanke klettern.
- Fasser/Domanig

Grundsätzlich seien Bushaltestellen ohne „Insel“ oder Steg sehr wohl zulässig, ergänzt Schmarl. Im Fall der Haltestelle Peterbrünnlweg sei dies aber auch historisch bedingt.