Letztes Update am Mo, 24.06.2019 18:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Eurofighter in Deutschland abgestürzt: Zweiter Pilot tot geborgen

Über der Mecklenburger Seenplatte südlich von Rostock sind am Montag zwei „Eurofighter“-Kampfjets abgestürzt. Während sich einer der Piloten retten konnte, kam der zweite bei dem Unfall ums Leben.

Zwei ?Eurofighter? der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern zusammengestoßen und abgestürzt.

© AFP/dpaZwei ?Eurofighter? der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern zusammengestoßen und abgestürzt.



Nossentiner Hütte — Beim schwersten Unglück der Bundeswehr seit Jahren sind in Mecklenburg-Vorpommern zwei "Eurofighter" nach einer Kollision in der Luft abgestürzt. Ein Pilot konnte sich bei dem Unfall am Montag mit dem Schleudersitz retten. Die deutsche Luftwaffe bestätigte am Montagabend den Tod des zweiten Piloten. Der Soldat habe nur tot geborgen werden können, teilte die Luftwaffe auf Twitter mit. Bereits zuvor hatte es geheißen, in der Nähe der Absturzstelle hätten Rettungskräfte Leichenteile entdeckt. Zunächst war aber offen gewesen, ob sie zu dem vermissten Piloten gehörten, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg sagte. Die Brände an den Absturzstellen waren am Nachmittag wieder gelöscht.

Eines der beiden Flugzeuge stürzte nach Worten eines Ministeriumssprechers nahe der Ortschaft Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in ein Waldstück. Das andere sei südlich der Ortschaft Nossentiner Hütte an einem Waldrand abgestürzt. Die beiden Orte sind rund zehn Kilometer voneinander entfernt.

Die in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzten Eurofighter sind nach Angaben der Bundeswehr bei Luftkampfübungen verunglückt. An der Übung sei ein dritter Eurofighter beteiligt gewesen, teilte die Luftwaffe mit. Der Pilot hatte nach dem Unglück gegen 14 Uhr im Luftraum über Plau am See zwei Fallschirme niedergehen sehen und gemeldet.

Die abgestürzten Flugzeuge gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen "Eurofighter"-Piloten. Bei Bedarf ist das Geschwader gemeinsam mit zwei anderen Jagdverbänden auch für die Sicherung des deutschen Luftraums zuständig. Beide "Eurofighter" waren nach Angaben der Luftwaffe nicht bewaffnet.

Die nach dem Absturz ausgebrochenen Brände sind indessen gelöscht worden. Dies teilten eine Sprecherin des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und die Bürgermeisterin der Gemeinde Nossentiner Hütte. Birgit Kurth, gut zwei Stunden nach dem Unglück am Montagnachmittag mit.

Häuser wurden bei dem Absturz der "Eurofighter" offenbar nicht beschädigt. Kurth berichtete von einzelnen Trümmerteilen auf dem Sportplatz und dem Friedhof von Nossentiner Hütte. Menschen oder Häuser wurden nach ihren Worten aber nicht getroffen.

"Die spielen hier öfter mal Fangen"

Der Hafenmeister des SBS Yachthafenresorts Fleesensee, Oliver Kusay, zeigte sich nicht überrascht von den Unglück. "Die spielen hier öfter mal Fangen. Irgendwann musste ja mal was passieren", sagte der Bootsverleiher, der keinen Hehl daraus machte, dass ihm die Flugübungen der Düsenjets vor allem im Sommer nicht gefallen. Kusay, aus nächster Nähe miterlebt - in etwa vier Kilometern Entfernung vom gegenüberliegenden Ufer des Sees. "Wir saßen gerade im Restaurant beim Mittag, als uns ein lauter Knall aufschreckte. Sekunden später ging ein Feuerball nieder und verschwand dann im Wald", berichtete der 38-Jährige am Montag. Minutenlang sei dann noch ein Fallschirm am Himmel zu sehen gewesen.

Nur glücklichen Umständen sei es zu verdanken, dass die Trümmerteile der "Eurofighter" über unbewohnten Gebieten niedergegangen seien und nicht auf Dörfer, Hotels oder Zeltplätze. In der Region gibt es zahlreiche, zum Sommerbeginn schon gut belegte Hotels, Pensionen und Campingplätze. (dpa, TT.com)

Hubschrauber kreisen über der Absturzstelle.
Hubschrauber kreisen über der Absturzstelle.
- AFP/dpa