Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 21.07.2019


Schulungstag

„Kein Teilnehmer weiß, was auf ihn im Übungsfall zukommt“

Zum zweiten Mal ging gestern der Schulungstag der Innsbrucker Blaulichtorganisationen mit 120 Teilnehmern über die Bühne.

Szenario 1: Ein Auto stürzt in die Sill, Rettungsschwimmer bergen die Insassen.

© GarzulySzenario 1: Ein Auto stürzt in die Sill, Rettungsschwimmer bergen die Insassen.



Von Thomas Parth

Innsbruck — „Heuer veranstalten wir diesen Schulungstag für Rettungsdienste und Blaulichtorganisationen bereits zum zweiten Mal", informiert Armin Krösbacher vom Roten Kreuz, der, zusammen mit Volker Schäfer von den Johannitern, die Idee zu dieser Aktion hatte.

Das Ziel der beiden Schulungsärzte ist es, den bestmöglichen Trainingseffekt für die Ersthelfer zu erreichen. Ein Fahrzeugabsturz in die Sill, eingeklemmte Personen in einem Auto, ein verunglückter Slackliner in der Sillschlucht, möglicher Austritt von Gefahrstoffen aus einem Kesselwaggon am Frachtenbahnhof: 27 Szenarien, quer verteilt über Innsbruck, hielten gestern die Einsatzkräfte von 9 bis 17 Uhr in Atem.

Szenario 2: Eine Person wird aus einem Wrack befreit.
Szenario 2: Eine Person wird aus einem Wrack befreit.
- Parth

„Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Großübung wollen wir keine Katastrophe simulieren, sondern einen ganz normalen Tag einer Rettungskraft darstellen", zeigt Krösbacher auf. Pressebeauftragter Beda Garzuly von den Maltesern weist auf die Überraschungsmomente hin: „Keiner der 120 Schulungsteilnehmer weiß, welcher Einsatz auf ihn zukommt. Und wenn ein Verletzter nur Englisch spricht, muss ein Helfer auch mit dieser Situation umgehen können."

Zum Schulungssetting gehört auch, dass alle Einsätze über die mobile Leitstelle koordiniert werden. „Die mobile Leitstelle ist dazu da, die ILL (Anm.: Integrierte Landesleitstelle) bei Großereignissen zu entlasten", informiert Thomas Gierl, Rotkreuz-Pressereferent.

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Die Planungen für Schulungstag Nr. 3 mit allen Blaulichtorganisationen starten in Kürze.

Schulungstag

Kommunikation: Die Zusammenarbeit von Berg- und Wasserrettung, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Samariterbund, Johanniter und Malteser, MÜG (mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck) und der Polizei muss auch im Ernstfall reibungsfrei funktionieren.

Schulungseffekt: Das innovative am Blaulicht-Schulungstag ist nicht die pure Größe der Szenarien, sondern das direkte Feedback, welches die Einsatzteams unmittelbar nach den Übungsannahmen durch bekommen.