Letztes Update am Fr, 22.11.2019 19:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bayern

Regionalzug in München auf Weg nach Kufstein entgleist: Fahrgäste verletzt

Unweit des Münchner Hauptbahnhofs entgleist am Freitagabend eine Regionalbahn. Der Zug ist auf dem Weg nach Kufstein. Die etwa 100 Passagiere können nicht einfach aus dem Zug aussteigen. Umgehend rücken zahlreiche Rettungswagen und Einsatzkräfte an.

Der entgleiste Zug blockierte mehrere Gleise.

© dpaDer entgleiste Zug blockierte mehrere Gleise.



München – Das ging noch einmal glimpflich aus: Kurz nach Verlassen des Münchner Hauptbahnhofs sind am Freitag zwei Waggons einer Regionalbahn entgleist. Die Feuerwehr half den etwa 100 Fahrgästen über Steckleitern aus dem Zug, der auf dem Weg nach Kufstein war.

Zur Zahl der Verletzten gab es unterschiedliche Angaben: Während die Deutsche Bahn mitteilte, dass alle Passagiere unverletzt geblieben waren, erlitten laut Feuerwehr fünf Menschen einen leichten Schock. Wolfgang Hauner von der Bundespolizeiinspektion München sagte, ein Mensch habe sich wegen Rückenschmerzen gemeldet.

Ursache zunächst unklar

Der Meridian-Zug war am Nachmittag nach 16 Uhr auf dem Weg von München nach Kufstein, als er nahe der Hackerbrücke im Stadtzentrum entgleiste. Von den sieben Waggons seien an zweien im hinteren Teil Räder aus den Gleisen gesprungen, erklärte Hauner. Die Unfallursache müsse noch ermittelt werden. Klar sei, dass der Zug über mehrere Weichen gefahren war. Ermittler der Bundespolizei waren vor Ort.

„Ich gehe davon aus, dass im Laufe des Abends der Zug hier abgezogen werden kann“, sagte Hauner. Im Regelfall würden Bahnen entweder – wenn sie soweit noch intakt sind – wieder auf die Gleise gestellt oder von einem Bergezug abtransportiert. Keiner der betroffenen Waggons war umgekippt.

Mehrere Krankenwagen und Polizeifahrzeuge waren ebenso wie Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz. Der Unfall ereignete sich auf dem südlichsten Gleis, weshalb der weitere Zugverkehr kaum beeinträchtigt war. Nach Feuerwehrangaben musste aber für die Bergung der Passagiere an den angrenzenden Gleisen der Fahrbetrieb eingestellt werden. Später liefen mehrere Experten von Bundespolizei und Bahn in gelben und orangefarbenen Warnwesten am Zug entlang und leuchteten mit Taschenlampen unter die Waggons.

Die Hackerbrücke liegt in Sichtweite des Hauptbahnhofs und wird rege von Passanten überquert. Schaulustige machten in der Abenddämmerung Fotos.

Ausfälle und Verspätungen halten sich in Grenzen

Der Zugbetrieb am Münchener Hauptbahnhof war nach Bahnangaben nach dem Unfall zunächst eingeschränkt. Verbindungen aus und in Richtung Süden (Rosenheim, Kufstein, Salzburg) endeten beziehungsweise begannen am Bahnhof München Ost oder wurden umgeleitet. Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge. Nach Einschätzung Hauners dürften sich diese aber in Grenzen halten, weil letztlich nur der Einfahrtsbereich in den sogenannten Holzkirchner Flügelbahnhof am Hauptbahnhof aufgrund des entgleisten Zuges gesperrt blieb.

Auch die Züge der Bayerischen Regionalbahn waren betroffen. Auf der Strecke zwischen München und Füssen sollten Fahrten am Bahnhof München-Pasing statt am Hauptbahnhof beginnen und enden.

Bisher keine Probleme

Ein Sprecher der Bayerischen Oberlandbahn, zu der der Meridian gehört, sagte, der entgleiste Zug sei kein eigenes Meridian-Fahrzeug, sondern ein Ersatzzug von einem anderen Unternehmen. Dieser Ersatzzug fahre aber schon seit dem Frühjahr im Auftrag des Meridian. Bislang habe es keine Probleme gegeben.

Nach Angaben auf der Webseite des Meridian sollten Züge aus und nach Kufstein in Rosenheim enden beziehungsweise wenden. Fahrgäste Richtung München sollten in den von Salzburg kommenden Zug umsteigen. Züge von und nach Salzburg sollten am Münchner Ostbahnhof wenden oder enden. Auch die Züge der Bayerischen Regionalbahn waren betroffen. Auf der Strecke zwischen München und Füssen sollten Fahrten am Bahnhof München-Pasing statt am Hauptbahnhof beginnen und enden. (dpa)