Letztes Update am Do, 12.12.2013 08:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Handy explodierte in Innsbruck auf Wickelauflage und brannte aus

Die Frau hatte kurz zuvor ihren Sohn auf der Auflage gewickelt. Verletzt wurde niemand.

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Innsbruck – Ein lauter Knall, extrem viel Rauch, Feuer: Am vergangenen Freitag explodierte in Innsbruck ein Smartphone auf einer Wickelauflage. Kurz zuvor hatte Christine Zelger genau dort noch ihren Sohn gewickelt, wie der ORF Tirol am Mittwoch berichtete. Weil sie ihrem Kind die Schuhe anziehen wollte, habe sie es vom Wickeltisch heruntergehoben. Dann die Schrecksekunde: Das Handy ging in Flammen auf.

Die Innsbruckerin warf den Wickelaufsatz geistesgegenwärtig in den Garten und löschte das Feuer anschließend mit Wasser. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Auch der Sachschaden hält sich in Grenzen. Am Smartphone sei laut Zelger zuvor nichts aufgefallen, was auf einen Defekt hingedeutet hätte. Der Hersteller des Handys wollte vorerst noch keine Angaben zu den Ursachen für die Explosion machen. Man müsse das Smartphone genau untersuchen. Vermutet werde ein Problem mit dem Akku.

Andreas Oberlechner vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer erklärt auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung, er sei bislang noch nicht mit explodierenden Handys konfrontiert worden. „Wir haben Hunderte Beschwerden täglich, das war allerdings noch nicht dabei.“

Gibt man die Stichworte „Smartphone“ und „Explosion“ auf der Internet-Suchmaschine Google ein, finden sich allerdings viele ähnliche Erfahrungsberichte. „Hätten wir derartige Vorfälle öfter gemeldet bekommen, dann wären wir natürlich schon längst aktiv geworden“, betont Oberlechner. Wichtig sei vor allem, den Grund für die Explosion herauszufinden, betont der Konsumentenschützer. Stelle sich dann heraus, dass es sich um einen Defekt zum Zeitpunkt des Kaufs handle, könne der Betroffene Produkthaftungsanspruch stellen. „Der Hersteller bzw. Importeur haftet für eine fehlerhaftes Produkt“, erklärt Oberlechner.

Allerdings gebe es einen Selbstbehalt von 500 Euro. „Wenn in diesem konkreten Fall herauskommt, dass es sich um ein fehlerhaftes Produkt handelt und der entstandene Sachschaden geringer als 500 Euro ist, wird er nicht ersetzt“, sagt der Konsumentenschützer. Bei Personenschaden gebe es im Gegensatz dazu keinen Selbstbehalt, betont Oberlechner: „In diesem Fall könnte dann auch Schmerzensgeld gefordert werden.“ (kaz)