Letztes Update am Do, 06.02.2014 15:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unfall

Massensturm auf spanische Exklave: Sieben Migranten ertrunken

Flüchtlingsdrama bei der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta: Mehrere Afrikaner ertrinken beim Versuch, auf spanisches Gebiet zu gelangen.



Ceuta – Bei einem Massenansturm afrikanischer Flüchtlinge auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Sie gehörten zu einer Gruppe von 200 Migranten, die zu der spanischen Stadt an der nordafrikanischen Küste schwimmen wollten, teilte das marokkanische Innenministerium mit.

Die marokkanische Nachrichtenagentur MAP berichtete, die Flüchtlinge hätten eine Landzunge umschwimmen und nach Ceuta gelangen wollen. Sieben Afrikaner, darunter eine Frau, seien tot aus dem Wasser geborgen worden. Die marokkanischen Behörden schlossen nicht aus, dass noch weitere Leichen entdeckt würden. 13 Flüchtlinge seien in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es.

Die Flüchtlinge hatten nach Angaben der spanischen Behörden versucht, von marokkanischem Gebiet aus über den Grenzübergang El Tarajal in die Exklave zu stürmen. Daraufhin griffen die marokkanischen Sicherheitskräfte ein und hielten den Ansturm auf.

Nach dem Eingreifen der Polizei versuchte ein Teil der Flüchtlinge offensichtlich, nach Ceuta zu schwimmen. Der Präfekt wies darauf hin, dass die Opfer durch Ertrinken und nicht durch Gewalteinwirkung zu Tode gekommen seien. Die spanische Hilfsorganisation für Flüchtlinge, Red Acoge, betonte, die Todesfälle zeigten, dass Spanien keine Lösung für das Problem des Zustroms von Zuwanderern habe.

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Spanien verfügt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden. Die Stadt Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla haben jeweils 84.000 Einwohner. In der Umgebung beider Exklaven leben auf marokkanischem Gebiet Tausende Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara in Lagern und harren auf eine Gelegenheit, in die spanischen Städte zu gelangen. (dpa/Reuters, tt.com)