Letztes Update am Fr, 28.03.2014 09:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Waldbrand gelöscht

„Brand aus“: Ergiebige Schneefälle erlösen die Einsatzkräfte in Absam

Der nasse Schnee, der seit den Nachtstunden über Tirol niedergeht, ist ein Segen für die Einsatzkräfte. Nach tagelangem Kampf gegen den Waldbrand oberhalb von Absam konnte am Sonntagvormittag endlich „Brand Aus“ gegeben werden.



Absam – „Brand Aus“ heißt es seit Sonntag um 9.20 Uhr in Absam. Nach drei Tagen des Kampfes gegen Flammen und Glutnester hat schlussendlich der ergiebige Schneefall den bis dato größten Waldbrand in Tirol gelöscht. „Wir sind sehr erleichtert, besser könnte das Wetter für uns nicht sein“, sagte der Absamer Bürgermeister Arno Guggenbichler im Telefongespräch mit TT Online.

Bei einer Begutachtung sei im unteren Bereich des betroffenen Geländes keine Hitzeentwicklung mehr feststellbar gewesen. „Daher gehen wir - in Absprache mit einem Meteorologen - davon aus, dass sich die Lage im oberen Bereich ebenfalls verbessert hat“, sagte der Einsatzleiter. Allerdings bleibe das Gelände weiterhin unter Beobachtung. Vorerst sollten sowohl die Einsatzleitung als auch die Infrastruktur an Ort und Stelle „schlafend aktiv“ bleiben. Beispielsweise werde das Grundgerüst der Lösch- und Zubringerleitungen bis auf Weiteres nicht abgebaut, erklärte Guggenbichler.

Am Montag soll das Gelände, sofern es das Wetter zulässt, mit einem Hubschrauber und einer Wärmebildkamera abgeflogen werden. „Erst dann werden wir entscheiden, ob die Infrastruktur komplett abgezogen werden kann“, so der Bürgermeister.

Erste Bilanz: Fast 1000 Helfer insgesamt im Einsatz

Der Einsatzleiter zog auch eine erste Bilanz des Waldbrandes: Insgesamt standen seit Donnerstagvormittag rund 730 Feuerwehrmänner, 130 Soldaten, 55 Mitarbeiter des Roten Kreuzes, 60 Bergretter und 15 Polizisten im Einsatz. Acht Hubschrauber absolvierten knapp 2000 Kontroll- und Löschflüge. Mindestens 50 Hektar Wald wurden zerstört.

Nachdem der Brand bereits am Freitag weitgehend unter Kontrolle gebracht werden konnte, war es zuletzt vor allem der Kampf gegen die unzähligen Glutnester, der die Einsatzkräfte in Atem hielt. Am Samstag waren erneut sieben Helikopter im Einsatz, die unter anderem auch die Einsatzkräfte auf den Berg brachten. Diese bekämpften mit Schaufeln und Löschrucksäcken die zum Teil 30 bis 40 Zentimeter im Erdreich gelegenen Glutnester. Teilweise mussten sie wegen der steilen Hänge von Bergrettern gesichert werden.

Land sagt volle Unterstützung zu

In einer Aussendung am Sonntag sagte die Tiroler Landesregierung der Gemeinde Absam ihre volle Unterstützung zu. „Das Land Tirol wird gemeinsam mit dem Bund die notwendigen Mittel für die Aufforstung und die Schutzbauten bereitstellen. Wir lassen die Absamer nicht allein“, versicherte Landeshauptmann Günther Platter. „Ihr habt Unglaubliches geleistet und den größten Waldbrand Tirols teils unter gefährlichsten Bedingungen unermüdlich und professionell bekämpft“, lässt er den Einsatzkräften ausrichten.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hatte sich am Samstag ein Bild von der Feuerkatastrophe am Berg gemacht. Der Tiroler bedankte sich bei den Einsatzkräften ehe er sich aus der Luft bei einem Flug im Black Hawk einen Eindruck vom Ausmaß der Schäden verschaffte. Er versprach auch finanzielle Hilfe vom Bund.

Immer klarer wird indes, wie hoch der Schaden des Waldbrandes ist. Auf mindestens eine Million Euro schätzte ihn Guggenbichler am Freitag gegenüber der TT. Lawinenverbauung und Schutzwald seien durch die Flammen zum Teil komplett zerstört worden. Ganz zu schweigen von den Kosten für den Einsatz.

Wenn die Arbeiten am Hochmahd-Kopf vorbei sind, werde das Gebiet nicht gesperrt, bekräftigte Guggenbichler. „Wir müssen uns dann aber genau anschauen wie es mit Aufforstung und neuer Lawinenverbauung weitergeht.“ (tt.com)