Letztes Update am Sa, 12.09.2015 09:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Festnahmen

Einbruchsserie in Tirol geklärt, vier Männer in Haft

Nach 75 Einbrüchen in Tirol und Salzburg nahm die italienische Polizei bei Bozen vier Verdächtige aus Albanien und Mazedonien fest.

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© Vanessa Weingartner / TTSymbolfoto



Von Thomas Hörmann

Innsbruck, Bozen – Die Täte­r saßen in der Falle. Nach einer Einbruchsserie im Paznau­n versperrten Polizisten am Morgen des 13. April bei Ischg­l den Fluchtweg, die Festnahme schien nur noch Form­sache. Aber es kam anders als erwartet – der Lenke­r durchbrach mit dem gestohlenen Kleinbus einfach die Straßensperre. 100 Meter weiter endet­e die Fahrt – die Insassen konnten zu Fuß entkommen. Die Großfahndung der Polizei verlief vorerst im Sand.

Vier Monate später klickten doch noch die Handschellen: „Ende August und Anfang September nahmen Beamte der Ermittlungsabteilung der Carabinieri drei Albaner und einen Mazedonen (zwischen 25 und 34 Jahre alt) im Raum Bozen fest“, bestätigt Katja Tersch vom Landeskriminalamt in Innsbruck.

Ein Erfolg, der vor allem durch die Zusammenarbeit zwischen den Ermittlern in Nord- und Südtirol möglich wurde: „Wir konnten Spuren sicherstellen und es gab auch den Verdacht, dass die Täter von Italien aus operieren“, sagt Tersch. Ein in Ischgl gestohlener und später in Bozen nach einem Unfall sichergestellter VW Caddy war dabei ein wichtiges Indiz.

Und zwar bereits seit 2012 – die Einbrecher waren vor allem auf Hotels und Gasthäuser spezialisiert. Hin und wieder drangen die zunächst unbekannten Täter auch in Privathäuser ein. Das Ziel der Serieneinbrecher waren meist Tresore, die sie abtransportierten und an sicheren Orten aufbrachen. Aber auch Bargeld, Schmuck, Kameras und hochwertige Fahrräder wurden gestohlen. Den Gesamtwert der Beute beziffern die Ermittler mit rund 250.000 Euro.

Die Ermittler gehen davon aus, dass auf das Konto der Männer aus Albanien und Mazedonien mindestens 75 Einbrüche gehen. „Sieben in Salzburg, der Rest in Tirol“, erklärt Tersch. Eine vorläufige Anzahl – „die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Durchaus möglich, dass den Tätern noch weitere Einbrüche zugeordnet werden können.“ Vereinzelt solle das Quartett auch Einbrüche in Südtirol und in der Schweiz begangen haben.

Im vergangenen Frühjahr war die Einbrecher-Bande vor allem im Bezirk Landeck unterwegs. Speziell im Paznaun­tal – rund um Ostern verzeichnete die Polizei neun Einbrüche. „Die Verdächtigen waren aber auch in den Bezirken Imst, Innsbruck-Land und Kitzbühel tätig“, so Tersch weiter.

Beinahe ein Markenzeichen der Einbrecher waren Diebstähle von Autos, die sie dann als Fluchtfahrzeuge verwendeten. So war auch der Kleinbus, mit dem sie im April die Straßensperre durchbrachen, gestohlen. „Diese Autos ließen sie dann einfach irgendwo stehen, mal in Tirol, mal in Italien.“ Teurere Fahrzeuge wurden aber auch ins Ausland verkauft.

Katja Tersch schließt weitere Festnahmen nicht aus. „Es kann durchaus sein, dass noch mehrere Täter an der umfangreichen Einbruchs­serie beteiligt waren.“