Letztes Update am So, 24.01.2016 16:34

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

17-Jähriger soll Todesschüsse in kanadischer Schule abgegeben haben

Der 17-Jährige soll am Freitag zwei Menschen in der Schule und zwei Verwandte in einem nahe gelegenen Haus erschossen haben.

Kanadas Premier Justin Trudeau  spricht über den Amoklauf in der Schule von La Loche.

© REUTERSKanadas Premier Justin Trudeau spricht über den Amoklauf in der Schule von La Loche.



Montreal - Erst 17 soll der Schütze gewesen sein, der in einer kanadischen Kleinstadt vier Menschen erschossen hat. Nach den Schüssen in einer Schule und einem nahegelegenen Haus wird dem Jugendlichen vierfacher Mord, versuchter Mord in sieben Fällen und unerlaubter Schusswaffenbesitz zur Last gelegt, wie die Polizei mitteilte. Das Tatmotiv sei weiter unklar.

In La Loche im Norden Kanadas hatte ein bewaffneter Angreifer am Freitag vier Menschen erschossen und sieben weitere verletzt. Eine 21-jährige Lehrerin und ein 35 Jahre alter Kollege wurden tot in der Schule gefunden. Später entdeckten Polizisten in einem nahegelegenen Haus die Leichen von zwei 13 und 17 Jahre alten Brüdern. Inwiefern eine persönliche Verbindung zu dem Täter besteht, war zunächst unklar. In manchen Berichten hieß es, es seien die Brüder des Schützen.

Mehrere Polizisten hatten den mutmaßlichen Täter durch das Schulgebäude verfolgt, bevor er sich schließlich ergab, berichtete der TV-Sender CBC unter Berufung auf Polizeichef Grant St. Germaine. Bei der Festnahme habe er eine geladene Schusswaffe bei sich getragen.

Die abgelegene, 2.600 Einwohner zählende Ortschaft La Loche liegt in der kanadischen Taiga im Zentrum des Landes gut 400 Kilometer nordöstlich von Edmonton. Die betroffene Schule besuchen etwa 900 Mädchen und Buben vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich nach Polizeiangaben rund 150 Schüler und Angestellte in der High School, wie CBC berichtete.

Der Ministerpräsident von Saskatchewan, Brad Wall, sprach von einer „furchtbaren Tragödie“, die „unvorstellbar und surreal“ sei. Kommende Woche soll der 17-Jährige erstmals vor Gericht erscheinen.

Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada vergleichsweise streng. Das bisher schwerste Schulmassaker ereignete sich 1989 an einer Fachhochschule in Montreal, als ein 25-Jähriger 14 Studentinnen erschoss und 13 weitere Frauen verletzte, bevor er sich selbst das Leben nahm. In einem Schreiben nannte er seinen Hass auf Feministinnen als Motiv. (APA/dpa/AFP)