Letztes Update am Di, 26.01.2016 11:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hamburg

Mann mit Baby aus Teich gerettet: Mordkommission ermittelt

Rätselhafter Vorfall in Hamburg: Ein Mann bricht nachts ins Eis ein. Bei der Rettungsaktion entdecken die Helfer auch ein lebloses Baby. Der Vater behauptet, er sei vor Räubern geflohen.

Symbolfoto.

© AFP/dpa/Sven HoppeSymbolfoto.



Hamburg – Nach der dramatischen Rettung eines Vaters und seines drei Monate alten Babys aus einem vereisten Teich in Hamburg sucht die Polizei nach zwei Unbekannten. Der 24 Jahre alte Vater gab an, er sei am späten Montagabend auf der Flucht vor diesen Männern ins Eis eingebrochen. Das Baby, das von Rettern wiederbelebt werden musste, liegt im Uniklinikum auf der Intensivstation. Der Vater war unterkühlt und habe mehrere Stichverletzungen, die aber nicht lebensbedrohlich seien, teilte die Polizei am Dienstag mit. Er liegt ebenfalls in einer Klinik. Die Mordkommission ermittelt.

Anwohner hatten am Montagabend gegen 22.37 Uhr Hilferufe des Mannes gehört und die Polizei alarmiert. Polizeibeamte sicherten den bis zur Brust im Wasser stehenden Mann mit einer Rettungsleine. Erst der Feuerwehr sei es aber gelungen, den Mann aus dem Wasser zu ziehen. Dabei sei das Baby entdeckt worden, dass er in einem Tragetuch vor seiner Brust trug. Das Mädchen konnte wiederbelebt werden.

Mit Messer von Unbekannten verletzt

Der 24-Jährige, der in der Nachbarschaft des Teiches wohnt, sagte der Polizei, er sei mit seiner Tochter im Tragetuch spazierengegangen. Plötzlich sei er von zwei Männern geschlagen worden, die von ihm Handy und Geld verlangt hätten. Da er nichts dabei gehabt habe, sei er von einem der Männer mit einem Messer verletzt worden. Er sei geflüchtet und dabei auf dem Lohmühlenteich in das wenige Zentimeter dünne Eis eingebrochen.

Nach Angaben der Feuerwehr konnte sich der Mann nicht aus eigener Kraft aus dem Teich retten. „Der Teich, ein aufgestauter Bach, ist sehr schlammig“, sagte Feuerwehr-Sprecher Werner Nölken. „Da drin versinkt man schnell bis über die Knie im Schlamm.“

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Wie es dem Mädchen gehe, konnte die Polizei am Dienstag nicht sagen. Vermutlich bestehe noch Lebensgefahr. Feuerwehr-Sprecher Nölken äußerte sich gedämpft optimistisch. Es sei zwar unklar, wie lange das Baby in dem vier Grad kalten Wasser gewesen sei. Kinder könnten sich aber auch nach längerer Zeit im kalten Wasser wieder vollständig erholen. (dpa)


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