Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.04.2016


Tirol

Opferrolle nicht alleine tragen

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© Andreas Rottensteiner / TT



Innsbruck – Die Bewährungshilfe Neustart betreut nicht nur Straftäter, sondern auch Opfer in Prozessen oder tritt als Konfliktregler zwischen Opfern und Täter auf.

Neustart-Tirol-Leiterin Kristin Henning im TT-Kurz­interview zu Verbrechensopfern: „Opfer einer Straftat zu werden, kann zu großer Verunsicherung führen und die Lebensführung massiv beeinträchtigen. Auch wenn die Verletzung verheilt ist, leiden viele noch unter den Folgen der Gewalttat. Eine tiefe Verunsicherung, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, aber auch Depressionen und Isolation sind typische Folgereaktionen, welche massive Auswirkungen für den Betroffenen haben, aber auch auf das soziale Umfeld.“ Umso wichtiger ist es laut Henning, dass es eine psychosoziale und juristische Prozessbegleitung gibt, die Opfer dabei unterstützen kann, die Herausforderungen des Strafverfahrens (von der Anzeige bis zum Urteil) zu bewältigen. Henning: „Die außergewöhnliche Situation eines Strafverfahrens stellt für ein Opfer auch noch eine zusätzliche Belastung dar, die durch Unterstützung und Beratung abgemildert werden kann.“ Wichtig sei, Opfer nicht nur über Rechte zu informieren, sondern auch auf ihre Ängste und Befürchtungen konkret einzugehen. (fell)