Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.06.2016


Exklusiv

Polizei versiegelte Spiellokale in Innsbruck

Bei den Razzien in zwei Spiellokalen flüchteten Verdächtige durch die Hintertüren.

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Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Die Offensive der Behörden gegen das illegale Glücksspiel geht weiter. Eine Woche nach der Schließung eines Glücksspiellokals in der Brixner Straße versiegelten Beamte der Landespolizeidirektion in Innsbruck zwei weitere illegale Betriebe. Diesmal in der Kreid-Passage am Bozner Platz – etwa 15 Beamte standen am Montag im Einsatz. „Die beiden Lokale wurden zwar versiegelt, aber nicht behördlich geschlossen“, macht Anton Hörhager vom Strafamt auf einen kleinen Unterschied aufmerksam. Der ungewöhnliche Grund: Schutz des Eigentums. „Die endgültige Schließung haben wir bei diesem Einsatz nur angedroht.“

Dass dennoch das Polizeisiegel an den Eingängen angebracht wurde, lag an den Umständen der Polizeiaktion. Als die Beamten eintrafen, standen sie vor versperrten Türen. „Es waren aber Leute in den Lokalen, die durch die Hintereingänge flüchteten“, erzählt Hörhager. Da die Betreiber bzw. Geschäftsführer unbekannt sind, „haben wir die Lokale versiegelt und die Schlösser ausgetauscht, um das Eigentum zu schützen“, erklärt der Beamte des Strafamtes: „Das ist wie bei einem unversperrten Auto, bei dem der Schlüssel steckt. Die Polizei sperrt den Wagen zu und hinterlässt eine Nachricht, den Schlüssel kann der Besitzer dann auf der Inspektion abholen.“ Im konkreten Fall sind jetzt die unbekannten Verantwortlichen für die Lokale gezwungen, sich an die Polizei zu wenden, um wieder Zugang zu erhalten. „Die Betriebe stehen oft im Eigentum ausländischer Firmen, die Verantwortlichen sind oft kaum ausfindig zu machen, um der Strafverfolgung zu entgehen.“

Im Vorjahr sperrte die Landespolizeidirektion drei illegale Spiellokale in Innsbruck zu, heuer waren es bislang zwei. „Bei weiteren sieben Lokalen haben wir seit Jahresbeginn die Schließung angedroht“, sagt Hörhager: „Das ist die Vorstufe fürs Zusperren. Wenn wir dann bei einer Kontrolle erneut illegales Glücksspiel feststellen, tauschen wir die Schlösser aus und schließen den Betrieb.“ Für diese Zwangsmaßnahme sei schon der bloße Verdacht ausreichend. Ob die Automaten tatsächlich für illegales Glücksspiel verwendet wurden, wird dann erst nachträglich untersucht.