Letztes Update am Di, 21.06.2016 16:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran

Irans Generalstaatsanwalt äußert Zweifel an der Todesstrafe

Symbolfoto.

© APSymbolfoto.



Teheran – Im Iran mit weltweit einer der höchsten Hinrichtungsraten wachsen die Zweifel am Nutzen der Todesstrafe im Kampf gegen Drogenkriminalität. „Wir sollten anerkennen, dass Strafen nicht immer effektiv sein können, solange die Wurzeln des Problems nicht erkannt sind“, sagte Generalstaatsanwalt Mohammad Jafar Montazeri am Dienstag.

Laut Amnesty International wurden 2015 im Iran 977 Todesurteile vollstreckt. Seit Jahresbeginn sollen bereits mehr als 700 weitere Todesurteile vollstreckt worden sein. Meist ging es um Drogenkriminalität sowie sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Kriminalitätsrate ging jedoch nach Angaben aus Teheran nicht zurück.

Trotz seiner Zweifel rechtfertigte Montazeri Hinrichtungen. „Wir sind zwar nicht für die Todesstrafe“, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA den Generalstaatsanwalt. Aber jemand, der aus Habgier mit Drogen handle und Tausende Jugendliche in den Tod treibe, müsse entsprechend bestraft werden. Dies solle der Westen nicht als Verletzung der Menschenrechte im Iran auslegen, sagte Montazeri.

Seit Jahresbeginn sollen bereits mehr als 700 Todesurteile vollstreckt worden sein. Im Iran haben auch Angehörige von Verbrechensopfern ein Mitspracherecht bei der Entscheidung, ob ein Mörder hingerichtet oder begnadigt wird. Im Falle einer Begnadigung muss der Täter der Opferfamilie ein sogenanntes Blutgeld in Höhe von bis zu 40.000 Euro zahlen. (dpa)

-