Letztes Update am Di, 23.08.2016 09:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


20 Hinrichtungen

Peru räumte Existenz von „Todesschwadron“ in Polizei ein

Eine Gruppe von Unteroffizieren und Offizieren soll Auseinandersetzungen erfunden haben, um außergerichtliche Hinrichtungen zu vertuschen.

Polizeigewalt ist in Peru allgegenwärtig.

© REUTERSPolizeigewalt ist in Peru allgegenwärtig.



Lima – Das peruanische Innenministerium hat die Existenz einer „Todesschwadron“ aus Polizisten bestätigt, die mindestens 20 außergerichtliche Hinrichtungen vorgenommen haben. Es gebe „solide Indizien“, dass eine Gruppe von Offizieren und Unteroffizieren der nationalen Polizei Auseinandersetzungen „erfunden“ habe, um „in mindestens sechs Fällen“ Hinrichtungen zu vertuschen.

Das gab Vizeinnenminister Ruben Vargas am Montag bekannt. In diesen sechs Fällen seien mindestens 20 Menschen erschossen worden.

Die Gruppe, die von Medien als „Todesschwadron“ bezeichnet wurde, habe unter dem Kommando eines Offiziers und mindestens sieben Unteroffizieren gestanden, die unter dem Deckmantel des Kampfes gegen das organisierte Verbrechen handelten. Die meisten der Vorfälle ereignete sich in den Jahren 2011 bis 2016 in der Präsidentschaft von Ollanta Humala. Für seinen Nachfolger Pedro Pablo Kuczynski, der seit wenigen Wochen im Amt ist, wird die Bekämpfung der Gewaltkriminalität eine wichtige Aufgabe sein. (APA/AFP)