Letztes Update am Sa, 27.08.2016 08:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Schwager von „Charlie Hebdo“-Attentäter an Frankreich überstellt

Im französischen Haftbefehl gegen ihn hieß es, er habe wiederholt seine Absicht bekundet, sich den Jihadisten in Syrien anzuschließen.

Bei dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" starben im Jänner 2015 zwölf Menschen.

© imago stock&peopleBei dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" starben im Jänner 2015 zwölf Menschen.



Paris – Der Schwager eines der „Charlie Hebdo“-Attentäter ist von Bulgarien an Frankreich überstellt worden. Mourad Hamyd traf am Freitagabend am Pariser Flughafen Roissy ein, wie aus Flughafenkreisen verlautete.

Der 20-jährige Student Hamyd soll versucht haben, sich der Jihadistenmiliz IS (Daesh) in Syrien anzuschließen. Er bestritt, Verbindungen zu der Extremistengruppe unterhalten zu haben, und gab an, er habe lediglich zum „Tourismus“ in die Türkei reisen wollen.

Die Türkei hatte Hamyd Ende Juli an der Grenze abgewiesen, woraufhin er in Bulgarien in Haft genommen worden war. Hamyd stand bereits seit August 2014 im Verdacht der Radikalisierung. Im französischen Haftbefehl gegen ihn hieß es, er habe wiederholt seine Absicht bekundet, sich den Jihadisten in Syrien anzuschließen. Zudem entspreche seine Reiseroute per Zug über Ungarn und Serbien der üblichen Route von Leuten, die sich der IS-Miliz anschließen wollten.

Hamyd war nach dem islamistischen Anschlag auf „Charlie Hebdo“ durch die Brüder Cherif und Said Kouachi am 7. Jänner 2015 festgenommen worden, aber nach 48 Stunden als unverdächtig wieder freigekommen. Seine Schwester war mit Cherif Kouachi verheiratet, der mit seinem älteren Brüder Said in der Redaktion der französischen Satirezeitung in Paris sowie auf der Flucht zwölf Menschen ermordet hatte, bevor sie selbst von der Polizei erschossen wurden. (APA/AFP)