Letztes Update am Sa, 25.03.2017 06:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Polizei verschrottete 15 illegale Glücksspielautomaten in Tirol

Die illegalen Spielgeräte wurden 2016 in Innsbrucker Spiellokalen beschlagnahmt.

© LPD Tirol/Eder Die Vernichtung erfolgte in einem Tiroler Recyclingunternehmen.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Im Kampf gegen die illegale Glücksspiel-Branche brachte die Innsbrucker Polizeibehörde am Freitag erstmals eine ungewöhnliche Waffe zum Einsatz: eine Schrottpresse, in der am Vormittag 15 Spielautomaten in ihre Bestandteile zerlegt wurden. Die amtliche Zerstörungsorgie, die in einem Haller Metall-Entsorgungsunternehmen über die Bühne ging, war erst der Anfang: „30 weitere beschlagnahmte Spielautomaten warten bereits auf die Vernichtung“, sagt Florian Greil, Chef des Innsbrucker Strafamtes: „Wir müssen nur noch etwas warten, weil die Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist.“

Die Geräte, die jetzt in faustgroße Teile zerlegt wurden, lockten bis vor wenigen Monaten noch Spieler in verschiedene Innsbrucker Lokale. Bis die Behörden einschritten und dem Treiben ein Ende setzten. Eine Vorgangsweise, die im Regelfall in mehreren Phasen abläuft. In der ersten Phase prüfen Polizeibeamte, ob tatsächlich illegales Glücksspiel in einem Lokal angeboten wird. Falls ja, reagiert das Strafamt der Polizei mit einer Verwarnung – „dabei drohen wir die Schließung an“, erläutert Greil. Eine neuerliche Überprüfung ist die Folge. In der Regel sind dann Experten der Finanzpolizei dabei, die vor Ort überprüfen können, ob es sich bei den Geräten tatsächlich um illegale Spielautomaten handelt. Um das zu verhindern, schalten Mitarbeiter die Geräte häufig mit einer Fernbedienung aus. Was nichts nützt – das Strafamt lässt die Automaten dennoch beschlagnahmen. „Wir sehen ja auch im ausgeschalteten Zustand beispielsweise am gut gefüllten Geldfach, dass es sich um Spielautomaten handelt“, erläutet Greil.

So war es auch bei den jetzt vernichteten Geräten, in denen die Polizeibeamten insgesamt mehrere tausend Euro sicherstellten. Der Betrag ist jetzt Staatseigentum. Laut Greil handelt es sich dabei um die Glücksspiel-Einnahmen von wenigen Tagen.

Dazu kommt der Schaden, der den Glücksspiel-Betreibern durch die Vernichtung der Geräte entsteht – ein Automat ist ab etwa 2000 Euro zu haben. Eine Investition, die sich allerdings schnell rechnen kann – Einnahmen von 10.000 Euro und mehr pro Automat und Monat sind durchaus branchenüblich.