Letztes Update am Di, 28.03.2017 05:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tiroler Polizei beschlagnahmte Drogen für 217.000 Euro

Suchtgift-Fahndern gelang es, fünf mutmaßliche Großdealer aus der Innsbrucker Nordafrikaner-Szene und drei Schmuggler festzunehmen.

Ein Teil des sichergestellten Suchtgiftes.

© LKA TirolEin Teil des sichergestellten Suchtgiftes.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – 21,5 Kilo Haschisch und knapp 27.000 Euro sichergestellt, acht Verdächtige festgenommen: So lautet die Zusammenfassung zweier Drogenfälle, die in den vergangenen Wochen und Monaten von Ermittlern des Landeskriminalamtes aufgeklärt werden konnten. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Nordafrikaner, die aus der Innsbrucker Dealerszene stammen oder mit ihr zumindest in Verbindung stehen.

Es war bereits im Spätherbst, als Ermittler des Landeskriminalamtes in einer Innsbrucker Tiefgarage auf drei Marokkaner in einem Auto stießen. Bei der Kontrolle fanden die Beamten im Wagen fünf Kilo Haschisch. Wie die Ermittlungen ergaben, handelte es sich bei den Nordafrikanern um Schmuggler, welche die Innsbrucker Szene von Italien aus mit Suchtgift versorgen. Ein Verdächtiger war sogar ein alter Bekannter, der „schon dreimal nach Italien abgeschoben worden war“, sagt Christoph Hundertpfund, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes.

Nach der Festnahme des Trios forschten die Kriminalisten auch drei mutmaßliche Großabnehmer aus, die ebenfalls aus Nordafrika stammen und „in Wohnungen in Innsbruck logierten“, so Hundertpfund weiter. Bei den Hausdurchsuchungen erschnüffelte ein Polizeihund ein weiteres Kilogramm Haschisch, etwas Kokain und rund tausend Euro. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes füllten die Beschuldigten die personellen Lücken, die durch die zahlreichen Festnahmen im Vorjahr in der Innsbrucker Szene entstanden sind.

Im März folgte der nächste Schlag gegen die Drogen-Branche: Wieder waren es EGS-Beamte des Landeskriminalamtes (EGS: Einheit zur Bekämpfung der Straßenkriminalität), die zunächst Informationen über zwei Großdealer in Innsbruck erhielten. Die weiteren Nachforschungen in der Szene führten zu zwei Nordafrikanern, deren Namen immer wieder im Zusammenhang mit Suchtgiftgeschäften fielen. Schließlich hatten die Kriminalisten ausreichend Indizien gesammelt, um zuzuschlagen: Bei der Festnahme der beiden Verdächtigen konnten die Polizisten vier Kilo Haschisch sicherstellen, dazu kamen 20 Gramm Kokain. Das war aber nur die Spitze des Suchtgiftberges: Die Beamten vermuteten weitere Drogen im Besitz der Verdächtigen. Tatsächlich konnten sie etwas außerhalb von Innsbruck das Versteck lokalisieren. Dort fand ein Spürhund der Polizei 11,5 Kilo Haschisch. Abgesehen vom Suchtgift beschlagnahmten die Polizeibeamten bei den zwei Nordafrikanern 26.000 Euro. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Geld durch Suchtmittel-Verkäufe erwirtschaftet wurde.