Letztes Update am Mi, 02.08.2017 12:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Mord an Lucile: Ermittlungen in Freiburg vor Abschluss

Die Soko „Erle“ hat in Freiburg ihre Arbeit soweit beendet. In Tirol laufen die Ermittlungen noch. Der 40-Jährige, der in Kufstein die junge Austauschstudentin Lucile und in Endingen eine Joggerin getötet haben soll, bleibt weiter in deutscher Untersuchungshaft.

Die Stelle, an der Lucile K. in der Nacht zum 12. Jänner 2014 ermordet wurde.

© ZOOM-TirolDie Stelle, an der Lucile K. in der Nacht zum 12. Jänner 2014 ermordet wurde.



Freiburg, Kufstein – Die Ermittlungen nach der Vergewaltigung und dem Mord an einer 27-Jährigen im deutschen Endingen neigen sich dem Ende zu. Der 40-Jährige, der am 12. Jänner 2014 in Kufstein die Ausstausstudentin Lucile getötet haben soll, bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Der Rumäne wurde vor zwei Monaten in seinem Wohnort Emmendingen festgenommen. Er schweigt zu den Vorwürfen.

Die Sonderkommission „Erle“ der Freiburger Polizei hat mit Ende Juli ihre Arbeit beendet. Offene Fragen soll „in reduzierter personeller Besetzung“ die Kripo in Emmendingen klären, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung der Polizei und Staatsanwaltschft am Mittwoch. Die Akten wurden an die Staatsanwaltschaft Freiburg weitergegeben. Diese wird nun prüfen, ob die Ermittlungen abgeschlossen werden können.

In diese Prüfung fließen laut Aussendung auch die im Wege von Rechtshilfemaßnahmen in Österreich und Rumänien erlangten Erkenntnisse ein. „Über den Zeitpunkt einer möglichen Anklageerhebung oder gar einer möglichen Hauptverhandlung wegen der Tat in Endingen können derzeit keine Angaben gemacht werden.“

Ermittlungen in Tirol laufen noch

Nach derzeitigem Stand wird in Deutschland lediglich über den Mord in Endingen entschieden. Für den Mord an Lucile wird der dringend Verdächtige möglicherweise in einem gesonderten Verfahren in Tirol belangt. Die Ermittlungen laufen hier noch, sagte Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. So sind noch „spurenkundliche Überprüfungen“ ausständig.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Ein psychiatrisches Gutachten, dass die Freiburger Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hat, liegt noch nicht vor. „Das wollen wir noch abwarten“, sagte Willam. Danach werde die Staatsanwaltschaft Innsbruck prüfen, ob Anklage erhoben wird. Dies geschehe jedoch völlig unabhängig von den deutschen Ermittlungen und einem möglichen Verfahren in Deutschland.

Ermittlungen gegen 40-Jährigen auch in Rumänien

Ob der Rumäne, der als Lkw-Fahrer in ganz Europa unterwegs war, noch weitere Gewaltverbrechen in anderen Ländern begangen haben könnte, ist noch nicht geklärt. In mehreren europäischen Ländern laufen Untersuchungen. Dabei stehen die Ermittler in engem Kontakt mit den Polizeibehörden in Freiburg und Tirol.

Der Rumäne könnte in seinem Heimatland für weitere Straftaten verantwortlich sein. Es seien bisher zwei Fälle bekannt, die mit dem Verdächtigen in Zusammenhang stehen könnten, hatte es zuletzt seitens der deutschen Behörden geheißen. 2004 war in Rumänien eine 27 Jahre alte Autostopperin von einem Unbekannten vergewaltigt und erwürgt worden. Auch ein Mord an einer Prostituierten in Rumänien könnte mit dem 40-Jährigen in Verbindung stehen, hieß es. (TT.com, APA)