Letztes Update am Mo, 09.10.2017 15:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Last Day“

Polizei zerschlägt Bankräuberring in Deutschland und Italien

Überfälle auf Banken oder Geldtransporter: Die Polizei ist mit einer internationalen Razzia gegen mutmaßliche Verbrecher vorgegangen. Sie stuft diese als äußerst gefährlich ein.

© dpaSymbolfoto.



Rom, Berlin – Die Polizei hat einen grenzüberschreitenden Ring mutmaßlicher Krimineller zerschlagen, der Banküberfälle und Überfälle von Geldtransportern begangen oder geplant haben soll. Die Operation italienischer und deutscher Behörden hieß „Last Day“ (Letzter Tag), wie ein italienischer Polizeisprecher am Montag mitteilte. Der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen bestätigte eine Razzia mit rund 100 Polizisten und einem Staatsanwalt in der Nacht auf Montag im Raum Neuwied, Frankfurt/Main und Butzbach im Wetteraukreis.

Im Raum Neuwied nahmen die Polizisten laut Oberstaatsanwalt Wissen einen Mann aufgrund eines von italienischen Behörden erlassenen Europäischen Haftbefehls fest. Ein zweiter Beschuldigter in Hessen blieb vorerst auf freiem Fuß. „Die beiden Beschuldigten sind verdächtig, in Deutschland einen Überfall geplant zu haben“, sagte der Oberstaatsanwalt. Dem Polizeipräsidium Koblenz zufolge ging es um ein „Werttranportfahrzeug im südwestdeutschen Raum“. Details wurden noch nicht genannt.

Wohnungen, Geschäftsräume und Hotelzimmer durchsucht

Insgesamt wurden fünf Objekte durchsucht: Wohnungen, Geschäftsräume und Hotelzimmer. Nach Wissens Worten stellten die Beamten in Rheinland-Pfalz und Hessen elektronische Geräte wie Handys, schriftliche Unterlagen und einen gefälschten Ausweis sicher. Die Beschuldigten sollen Verbindungen zu mutmaßlichen Komplizen in Italien haben. Dort gab es laut dem Polizeipräsidium Koblenz 22 Durchsuchungen und 15 Festnahmen. Laut einheimischer Polizei waren unter anderem die Provinzen Salerno, Foggia, Neapel und Verona von der Operation „Last Day“ betroffen.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz war es früher „in Italien auch zu Schusswechseln mit Sicherheitskräften gekommen, bei den offenbar vollautomatische Waffen eingesetzt wurden“. Tote habe es aber nicht gegeben. Die Ermittlungen dauern an. Das Polizeipräsidium Koblenz sprach von als äußerst gefährlich eingestuften mutmaßlichen Kriminellen. Im Juni seien die internationalen Ermittlungen bei einer Besprechung des Bundeskriminalamts (BKA) koordiniert worden. (dpa)