Letztes Update am Di, 10.10.2017 11:07

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freiburg/Tirol

Luciles mutmaßlicher Mörder wegen Mord an Joggerin angeklagt

Die Staatsanwaltschaft in Freiburg ist zuversichtlich, dass der Mordfall noch in diesem Jahr verhandelt werden könnte. Um den Mord an Lucile in Kufstein geht es in diesem Prozess nicht. Ein Verfahren dazu muss in Tirol eröffnet werden.

© dpaDie Leiche der Joggerin wurde in den Weinbergen bei Endingen gefunden.



Freiburg – Im Fall der ermordeten Joggerin Carolin G. aus Endingen hat die Staatsanwaltschaft Freiburg wegen des Verdachts auf Mord und besonders schwere Vergewaltigung Anklage beim Landgericht erhoben. „Es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass noch 2017 über ein mögliches Verfahren entschieden wird“, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag auf Anfrage. Falls dies geschehe, wäre ein Prozessbeginn vor Jahresende „der Wunsch“.

Derzeit laufe das so genannte Zwischenverfahren, sagte der Sprecher. Der aus Rumänien stammende Verdächtige und seine Verteidigung hätten Zeit für mögliche Anmerkungen zur Anklageschrift. Parallel prüfe das Landgericht die Verfahrenseröffnung.

Verdächtiger im Juni gefasst

Der verdächtigte Fernfahrer soll am 6. November 2016 in Endingen am Kaiserstuhl die 27 Jahre alte Joggerin vergewaltigt und ermordet haben. Der Fall hatte überregional für Entsetzen gesorgt. Dem Mann wird auch der Mord an der französischen Ausstausstudentin Lucile K. in Kufstein zur Last gelegt. Um diesen Fall geht es in der Anklage aber nicht.

Der Verdächtige war im Juni 2017 von der Polizei gefasst worden, nachdem sich die deutschen und österreichischen Ermittler aufgrund der Spurenabgleiche in den beiden Mordfällen zusammen getan hatten.

Lucile war in der Nacht des 11. Januars 2014 an der Kufsteiner Innpromenade von dem vorerst Unbekannten vermutlich missbraucht und mit einer Eisenstange erschlagen worden. Polizisten fanden ihre Leiche am nächsten Tag, nachdem ihre Freunde Alarm geschlagen hatten.

Carolin überwältigte der Vergewaltiger bei einer Laufrunde in ihrer Heimatgemeinde. Sie wurde zuerst brutal vergewaltigt und dann erschlagen. Nachdem die Ermittler DNA des Täters sicherstellen konnten, entdeckten sie bei einem Abgleich die Spur nach Österreich. Die stellte sich als Volltreffer heraus. Rund ein halbes Jahr nach dem Mord in Endingen klickten die Handschellen. (TT.com/dpa)

Spurensicherung am Inn: In der Nacht von 11. auf 12. Jänner 2014 wurde die junge Französin Lucile ermordet.
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