Letztes Update am So, 22.10.2017 15:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Messerattacke in München: Täter in Psychiatrie eingewiesen

Der 33-jährige Verdächtige hat sich offenbar verfolgt gefühlt, konnte aber keine Details nennen. Er wurde am Sonntagnachmittag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Der Täter soll psychisch auffällig sein.

© AFPDer Täter soll psychisch auffällig sein.



München – Einen Tag nach den Messerattacken auf Passanten in München vom Samstag wurde der Tatverdächtige in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Der zuständige Untersuchungsrichter erließ einen entsprechenden Unterbringungsbefehl, wie die Münchner Polizei am Sonntag mitteilte. Hintergrund ist, dass der Mann wahrscheinlich psychisch krank ist und die Tat in einem Verfolgungswahn begangen haben dürfte.

In seiner Vernehmung habe der Mann widersprüchliche Angaben gemacht, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer, am Sonntag.

Demnach habe sich der Mann von einer Familie verfolgt und bedroht gefühlt – ohne Details nennen zu können. In der Vernehmung habe der Verdächtige außerdem angegeben, die Geräusche eines Polizeihubschraubers hätten ihn von weiteren Angriffen abgehalten, sagte Wimmer.

Tathergang wird rekonstruiert

Einige Opfer soll der Mann, der schon zuvor straffällig geworden war, unvermittelt angegriffen haben. Andere sprach er zunächst an und attackierte sie dann, so die Ermittler. Eine Frau und einen zwölfjährigen Buben hatte er den Ermittlungen zufolge geschlagen, sechs Männer hatte er mit einem Messer verletzt. Die Opfer stammten größtenteils aus München, zwei Angegriffene waren zu Besuch in der Stadt.

Derzeit versucht die Polizei in München, den Tathergang zu konstruieren. Das werde noch einige Zeit dauern, sagte Wimmer, da noch unklar sei, wo sich der Tatverdächtige zwischen den Angriffen mit seinem Fahrrad aufgehalten habe. Laut der Mordkommission konzentrierte sich der Radius aber auf den Münchner Stadtteil Au. Zu den Attacken war es in der Region beim Rosenheimer Platz gekommen. (APA/dpa)