Letztes Update am Do, 14.12.2017 17:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Von Ecstasy bis Kokain: Junges Dealer-Duo in Innsbruck verhaftet

Ein 18-jähriger Österreicher und ein 17-jähriger Deutscher sollen in Tirol und auch in Deutschland unterschiedlichste synthetische Drogen verkauft haben. Die Waren bezogen sie aus dem „Darknet“, bezahlt wurde mit Bitcoins. Die beiden Männer wurden bereits Anfang Oktober verhaftet.

© SPK InnsbruckBei einer Hausdurchsuchung stellte die Polizei ein halbes Kilogramm MDMA, 130 Gramm Kokain, sowie geringe Mengen an Ketamin, Cannabiskraut und -harz und Ecstasy-Tabletten sicher.



Innsbruck – Seit dem Sommer ermittelte die Tiroler Polizei gegen ein junges Dealer-Duo in Innsbruck – Anfang Oktober klickten bei den beiden Männern die Handschellen.

Der 18-jährige Österreicher und der 17-jährige Deutsche stehen im Verdacht, größere Mengen an synthetischen Drogen auf verschiedensten Veranstaltungen in Innsbruck, Kufstein und auch in Deutschland verkauft zu haben.

Die Ware bezogen die Männer dabei über den Postweg aus Deutschland. Bereits im Sommer wurden zwei Briefsendungen mit insgesamt 500 Stück Ecstasy-Tabletten durch das Zollamt in Frankfurt sichergestellt – die Suchtmittel waren für den Innsbrucker Straßenmarkt bestimmt, berichtet die Polizei.

Bitcoins als Zahlungsmittel für Suchtmittelbestellungen im Internet

Im Oktober wurden die Beamten dann bei einer Hausdurchsuchung bei den Beschuldigten in Innsbruck fündig: Ein halbes Kilogramm MDMA, 130 Gramm Kokain und eine geringe Menge Ketamin, Cannabisprodukte und weitere Ecstasy-Tabletten war die Bilanz. Die Drogen waren von „äußerst guter Qualität“ und bereits für den Straßenverkauf vorportioniert. Dort hätten sie einen Wert von etwa 23.000 Euro gehabt, schätzen die Experten der Tiroler Polizei. Außerdem fand die Polizei 2700 Euro an Bargeld – dieses dürfte aus dem Verkauf der Drogen stammen.

Erstmalig in Tirol wurden 44 Bitcoin-Bons im Wert von etwa 4000 Euro sichergestellt. Diese waren laut Polizei für die Beschaffung der Suchtmittel im Internet gedacht.

Anfang Oktober klickten dann bei den beiden die Handschellen.

Bereits bei ersten Vernehmungen zeigten sich die Männer geständig und gaben an, größere Mengen an Suchtmittel im „Darknet“ bestellt und über Postsendungen nach Tirol eingeführt zu haben. Seit Beginn des Jahres sollen es weit über 1000 Stück Ecstasy-Tabletten, ein Dreiviertel-Kilogramm MDMA, über 150 Gramm Kokain, sowie auch ein viertel Kilogramm Ketamin an Abnehmer in Tirol verkauft worden sein.

Die beiden jungen Männer befanden sich bereits in Untersuchungshaft, wurden aber mit der Auflage, sich medizinisch betreuen zu lassen, wieder enthaftet. Nach Abschluss der Ermittlungen werden die beiden in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert. (TT.com)