Letztes Update am Mo, 05.03.2018 11:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Toter Rekrut in Wien: Beschuldigter kommt wieder hinter Gitter

Nachdem der Beschwerde der Anklagebehörde stattgegeben worden sei, habe der 22-Jährige sich am Montag freiwillig wieder dem Gericht zur Verfügung gestellt, bestätigte sein Rechtsvertreter.

Bei dem tragischen Zwischenfall wurde ein 20-jähriger Soldat getötet.

© APABei dem tragischen Zwischenfall wurde ein 20-jähriger Soldat getötet.



Wien – Im Fall des am 9. Oktober 2017 in einer Wiener Kaserne erschossenen Rekruten sollte am Montag der tatverdächtige 22-Jährige wieder hinter Gitter wandern. Zuvor hatte das Landesgericht für Strafsachen den Beschuldigten Mitte Jänner auf freien Fuß gesetzt. Das Oberlandesgericht folgte nunmehr aber der Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen diese Entscheidung, berichtete die Zeitung Österreich.

Nachdem der Beschwerde der Anklagebehörde stattgegeben worden sei, habe der 22-Jährige sich am Montag freiwillig wieder dem Gericht zur Verfügung gestellt, bestätigte der Rechtsvertreter des Soldaten, Manfred Arbacher-Stöger (Kanzlei Rifaat), der APA. „Als wir aus Justizkreisen davon erfahren haben, hat er sich aus freien Stücken zu Gericht begeben.“

Montagvormittag warteten der Jurist und sein Mandant dann zwischenzeitlich im Auto vor dem Landesgericht auf das Ausfertigen der Festnahmeanordnung und somit die neuerliche Verhängung der Untersuchungshaft, schilderte Arbacher-Stöger. Das werde wohl „in den nächsten ein bis zwei Stunden“ erfolgt sein.

Kein dringender Tatverdacht in Richtung Mord

Am 22. Jänner hatte die zuständige Haft- und Rechtsschutzrichterin den dringenden Tatverdacht in Richtung Mord verworfen. Sie ging nur mehr vom Verdacht auf grob fahrlässige Tötung aus und hielt nach über dreimonatiger U-Haft eine weitere Inhaftierung des bisher unbescholtenen 22-Jährigen für nicht angemessen.

Der Beschuldigte sei „schockiert und tief traurig“, dass die Staatsanwaltschaft die Aktenlage weiter anders sehe und mit ihrer Beschwerde durchgedrungen sei, schilderte der Rechtsvertreter. „Aber mein Mandant hat Vertrauen in das Gericht und darauf, dass erkannt wird, dass sicher kein Vorsatzdelikt vorliegt, sondern maximal ein Fahrlässigkeitsdelikt.“ Er selbst rechne mit einer Hauptverhandlung in rund zwei Monaten, sagte Arbacher-Stöger. Das wesentliche Schussgutachten sei weiterhin ausständig. (APA)


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