Letztes Update am Mo, 14.05.2018 15:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Streit eskalierte

Obduktion: 17-Jähriger in Imst durch Stich in Brust getötet

Ein Imster (19) zückte Sonntagfrüh ein Klappmesser und erstach einen 17-jährigen Vorarlberger. Die Begleiter des Opfers können erst am Montag befragt werden. Der Veranstalter der Party im Event Dome meldete sich nun zu Wort.

© www.zeitungsfoto.atVor dem Sportzentrum im Imst eskalierte ein Streit unter Jugendlichen.



Imst, Innsbruck – Sportzentrum Imst, Sonntagfrüh, kurz nach 5 Uhr. Die letzten Gäste einer großen Party im Event Dome machen sich auf den Nachhauseweg. Den ganzen Abend über sollen sich zwei Gruppen von Jugendlichen bereits in den Haaren gelegen und wüst beschimpft haben. Am Parkplatz schließlich eskaliert die Situation zwischen den sieben Burschen.

Gegen 5.20 Uhr zückt ein 19-Jähriger ein Klappmesser, sticht auf einen Vorarlberger ein. Der 17-Jährige bricht zwischen zwei geparkten Autos zusammen. Seine Verletzungen sind derart schwer, dass er trotz schnellen Eintreffens eines Notarztes noch am Tatort stirbt. Der mutmaßliche Täter und seine drei Freunde ergreifen zu Fuß die Flucht. Wenig später können sie von der Polizei im Imster Stadtgebiet aufgespürt und verhaftet werden.

Motiv noch unklar

Einen Tag nach der tragischen Bluttat in Imst ist noch vieles unklar. Zwar wurde der dringend Tatverdächtige, ein Einheimischer aus Imst, am Sonntag bereits befragt, doch er schweigt vorerst zu den Vorwürfen. Auch seine Begleiter – ein 16-jähriger Tiroler, ein 21-jähriger Türke und ein 18 Jahre alter albanischer Staatsbürger, alle wohnhaft in Imst – wurden von der Polizei schon einvernommen. Die beiden ebenfalls aus Vorarlberg stammenden Freunde des Opfers (17 und 21) standen unter Schock und machten erst am Montagnachmittag ihre Zeugenaussage. Einer von ihnen wurde bei dem folgenschweren Streit auf dem Parkplatz ebenfalls verletzt. Sein Unterarm ist gebrochen, er musste medizinisch versorgt werden.

Ein 17-jähriger Vorarlberger wurde auf diesem Parkplatz in Imst erstochen.
- Toni Zangerl

Das Motiv war vorerst unklar, ebenso der genaue Tatablauf, sagte Katja Tersch, Ermittlerin der Tiroler Kriminalpolizei. Unklar seien etwa die Beweggründe für den Zwist zwischen den beiden Gruppen. Tersch: „Warum oder worüber die Burschen gestritten haben, können wir derzeit noch nicht sagen.“

Bei der Obduktion des Opfers wurden zwei Stichverletzungen festgestellt. „Der Stich in die Brust war tödlich“, so die Kriminalistin.

Tatwaffe in Kanal gefunden

Gefunden werden konnte am späteren Sonntagnachmittag die Tatwaffe. Sie wurde im Abwasserkanal entsorgt. Ob die Jugendlichen alkoholisiert waren oder unter Drogeneinfluss standen, ist ungewiss. „Wir können es aber auch nicht ausschließen“, sagt Tersch.

Außerdem geht man zwar davon aus, dass die sieben jungen Tiroler und Vorarlberger die bereits erwähnte Party im Event Dome besucht haben – in den sozialen Medien berichteten viele, dass sie auf der Veranstaltung Zeugen des Streits geworden seien. „Mit Sicherheit sagen können wir es aber nicht“, erklärt die Kripo-Ermittlerin. Sie appellierte daher abermals an etwaige Zeugen, sich bei der Polizei zu melden.

Veranstalter „bestürzt“

Apropos Party. Diese trug den Namen „Project X“ – eine Mottoparty, basierend auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2012. Eine Party, die laut Beschreibung auf der Facebook-Seite der Veranstalter die „Mutter der Eskalation“ sei. Ebenfalls in den sozialen Medien kam das Gerücht auf, dass die Veranstalter nicht genug kontrolliert, Taschen nicht durchsucht hätten. Das konnte Tersch nicht bestätigen: „Meines Wissens waren alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Außerdem ist es erst nach und nicht bei der Party zur Tat gekommen.“

Der Veranstalter meldete sich am Tag nach der Tragödie zu Wort: „Als Hauptveranstalter bin ich bestürzt, dass einer unserer Gäste, nachdem er unsere Veranstaltung verlassen hatte, tödlich verletzt wurde. Gerade in Anbetracht der Tragik dieses Ereignisses ist es nötig, keinerlei Raum für Spekulationen zu bieten. Deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass die Auseinandersetzung, die letztlich zu diesem Vorfall geführt hat, sowohl außerhalb des Veranstaltungsgeländes als auch außerhalb der genehmigten und kontrollierten Veranstaltungszeit stattfand. Den Angehörigen des Verstorbenen möchten wir unser Beileid aussprechen.“ (bfk, TT.com)




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