Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Tirol

Lebemann vor Betrugsprozess in Tirol

Am 25. Juni drohen einem in Cancun festgenommenen Hochstapler zehn Jahre Haft.

© Thomas Böhm(Symbolbild)



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Vor Wochen ging die Geschichte eines mutmaßlichen Hochstaplers um die ganze Welt. Der gebürtige Oberösterreicher war nämlich nicht nur mit Doktorratstitel als Millionär, Produzent und Musiker aufgetreten, sondern hatte sich von einem Wiener Taxifahrer für vereinbarte 700 Euro am Tag von Monaco aus quer durch Europa chauffieren lassen. Laut Taxifahrer hatte die Limousinen-Tour in der Slowakei geendet. Da standen dann nach einem halben Monat Fahrt laut Anzeige schon 19.500 Euro am Taxameter. Das Geld sollte der Taxifahrer dann aber erst in Mexico bekommen. Nach einem gemeinsamen Flug war der Auftraggeber aber in Cancun untergetaucht.

Nach einem internationalen Haftbefehl konnte der 40-Jährige in Zusammenarbeit mit dem FBI in Cancun festgenommen werden. Der Haftbefehl war übrigens von Tirol ausgegangen. Bei uns soll der nun wegen gewerbsmäßig schweren Betruges Angeklagte nämlich im Jahr 2016 einen Tiroler Unternehmer über so genannte Investmentverträge zur Übergabe von 681.845 Euro verleitet haben. Das Geld ist weg. Zudem ein weiterer sechsstelliger Betrag für zu beschaffende Luxusuhren, Medikamente und eine Flugbuchung. Durch das Auftreten des Mannes soll sich laut Staatsanwaltschaft sogar die Firma Grand Prix Ticket täuschen haben lassen. Sechs Tickets für die Formel-1-Grands-Prix in Monaco und Österreich wechselten für 44.500 Euro den Besitzer und wurden nie bezahlt.

Eine saftige Rechnung für die Anklagevorwürfe könnte dem Angeklagten jedoch nun am Innsbrucker Landesgericht bevorstehen. Am 25. Juni tagt ein Schöffensenat unter Strafrichterin Helga Moser. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck bestätigte auf Anfrage der TT den Prozesstermin. Dem 40-Jährigen drohen zehn Jahre Haft, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.