Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.06.2018


Innsbruck

Prozess um Tod einer Ente in Innsbruck

© TT/Thomas BöhmLandesgericht Innsbruck.



Innsbruck – Der Tatbestand der Tierquälerei ist in Österreich endlich kein Kavaliersdelikt mehr. So drohen seit der letzten Strafgesetzesnovelle bis zu zwei Jahre Haft.

Dies droht auch einem 56-jährigen Innsbrucker, der sich gestern nun schon beim zweiten Prozesstermin wegen eines besonders schockierenden Vorwurfs verantworten musste: Laut Zeugen soll er mit seinem großen Porsche-SUV trotz eindeutiger Warnungen über eine unter dem Wagen befindliche Wildente gefahren sein.

Dies bestreitet der Mann heftig: „Ich bin doch kein Verrückter. Mir geht das Ganze ja selber nah.“ Bis heute sei er unfallfrei und unbescholten. Die von Zeugen behaupteten Warnrufe habe er nicht gehört und verstanden. Auch dass ihn eine Autofahrerin angeblendet hatte, hätte er in der Dämmerung des Jänner­abends und durch den Tumult vor einer Schule fehlinterpretiert. Zumal sich auch am Auto nicht einmal Federn gefunden hätten. Eine letzte Zeugin bestätigte gestern vor Richter Thomas Dampf jedoch, dass Schüler den Autofahrer noch über die Scheibe gewarnt hätten, dass eine erst an einen Laternenmast geprallte Wildente unter dem Porsche gelandet sei.

Jetzt gibt es noch ein Gutachten. Ein Veterinär soll anhand der Bilder des Kadavers beurteilen, ob das schwere Auto überhaupt über die verunglückte Ente gerollt ist. (fell)




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