Letztes Update am Mi, 13.06.2018 06:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Sölder Wirt nach Klage von Strache und Hofer vor Gericht

Zu den Klagen von HC Strache und Norbert Hofer gegen einen Sölder Wirt kam es zu keinem Vergleich. Dieser sammelt nun Geld.

© Rudy De MoorFP-Landesparteiobmann Markus Abwerzger (l.) vertrat Strache und Hofer gegen den Sölder Wirt Christoph Fiegl (r. vorne mit RA Fink).



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Gleich zweifachen ministeriellen Zorn zog sich im Frühjahr der Sölder Wirt Christoph Fiegl zu. War doch im Windfang seiner Musikbar „Live“ eine Polit-Collage aufgehängt, die Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Minister Norbert Hofer ganz und gar nicht schmeckte – die TT berichtete. Auf einem Zettel war dort ein Bild des FP-Duos in Burschenschafter-Gewand garniert mit einem durchgestrichenen Hakenkreuz sowie dem Piktogramm eines Strichmännchens, das ein Hakenkreuz entsorgt. Dazu fand sich der Hinweis: „Wir müssen draußen bleiben.“

Dazu führten Strache sowie Hofer gestern am Landesgericht gegen den Wirt Klage wegen Verletzung nach dem Urheberrechtsgesetz und begehren Unterlassung, Schadenersatz und Urteilsveröffentlichung. Dazu wurde gegen den Wirt noch eine strafrechtliche Privat­anklage eingebracht. Dieser bezifferte die möglichen finanziellen Folgen schon vorab mit bis zu 80.000 Euro und zittert um seine Existenz.

Vor Richterin Nina Rofner herrschte jedoch nicht gerade ein vergleichsbereites Klima. FP-Landesparteiobmann Markus Abwerzger vertrat als Anwalt die Kläger und hatte kein Pouvoir für größere Vergleiche in der Aktentasche. Abwerzger: „Sie legten den Stein des Anstoßes. Wir wehren uns hier nur gegen Anschüttungen. Da darf man über die Kosten jetzt nicht jammern.“

Hier am Eingang zur Sölder Musik-Bar „Live“ hing das selbstgebastelte Plakat. Wirt Christoph Fiegl wollte vor rechter Ideologie warnen.
- Fiegl

Fiegl-Anwalt Christopher Fink führte darauf noch einmal aus, dass sein Mandant die Gezeigten niemals als Nazis darstellen wollte. Schließlich sei die Collage ja ohne sein Wissen von einem Mitarbeiter angefertigt und aufgehängt worden. Gleichzeitig betonte Fink aber, dass die Collage eben als kritische Polit-Satire auf die „Nähe der Kläger zu teils rechtsextremen Burschenschaften“ gedacht gewesen sei. Schließlich seien Strache und Hofer die bekanntesten Aushängeschilder ihrer schlagenden Burschenschaften.

Ein Vergleich zur Klage auf Urheberrechtsverletzung wegen des aus dem Nachrichtenmagazin profil entnommenen Strache

Hofer-Bildes scheiterte ebenso. Zumindest 9008,30 Euro forderte der FP-nahe Fotograf, maximal 6000 bot Fiegl an. RA Fink: „Das mit der Zeitungsbild-Collage wird rechtlich spannend. Da könnt’ man ja jeden Volksschüler wegen Verletzung der Urheberrechte klagen!“

Die Urteile ergehen in den nächsten Wochen schriftlich. Fiegl hat zur Abdeckung der Prozesskosten nun eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Unterstützer können an die IBAN AT48 2050 2000 0219 8760 bei der Sparkasse Imst spenden.


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