Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.06.2018


Prozess

Supermarkt-Kassiererin strich 14.068 € ein

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Innsbruck – Massive Geldnöte förderten letztes Jahr offenbar die Kreativität der Mitarbeiterin eines großen österreichischen Diskonters. Neben der Regalbetreuung, durfte sie nämlich auch an Kassen aushelfen – und machte sich das Vertrauen ihrer Kolleginnen schnell zunutze. Diese hatten der Aushilfe nämlich den für die Kassenarbeit benötigten Chip übergeben. Den internen Firmenregeln entsprach das freilich nicht. Und so machte die 28-Jährige auch für sich das Beste daraus, indem sie begann, Retourwaren zu erfinden und die fiktiven Retourgelder in die eigene Tasche auszuzahlen.

Erst nach einem halben Jahr war dann der Revision aufgefallen, dass trotz Bons und in Kassen gelangte Retourzettel die entsprechende Mangelware – von Waschmaschine bis Elektroartikel – niemals in einem Lager des Diskonters angekommen war. Eine lange Kontrollkette kam darauf im Unternehmen in Gang, bis die internen Erhebungen zur 28-Jährigen führten. Gestern am Landesgericht bekam der Diskonter aufgrund der Beweisergebnisse von Richter Thomas Dampf 14.068 Euro Schadenersatz plus Zinsen zugesprochen.

Ein Betrag, den die im Schuldenregulierungsverfahren Befindliche wohl kaum so schnell aufbringen wird können. Dazu ergingen wegen Veruntreuung nicht rechtskräftig 1200 Euro Geldstrafe. Richter Dampf: „Bei Ihnen häuften sich Retouren teurer Waren zu auffällig. Das waren keine Zufälle mehr!“ (fell)




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