Letztes Update am Fr, 15.06.2018 16:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niederösterreich

Tochter über 10 Jahre missbraucht: Hohe Haftstrafen für Eltern

Der Gastwirt im Waldviertel, der sich jahrelang an seiner Tochter vergangen haben soll, wurde zu 15 Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt.

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Krems – Über ein Jahrzehnt hinweg soll sich ein Gastwirt im Waldviertel an seiner heute 30-jährigen Tochter vergangen haben. Die Mutter soll von dem Missbrauch gewusst haben. Am Mittwoch hatte der großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführte Prozess am Landesgericht Krems begonnen, am Freitag wurden der 54-Jährige zu 15 Jahren und seine Frau (51) nun zu acht Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt.

Unbescholtenheit des Mannes als mildernd gewertet

Beide Angeklagte haben gegen das Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung erhoben, die Staatsanwaltschaft und die Privatbeteiligtenvertreterin gaben keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Nach Gerichtsangaben wertete der Schöffensenat die Unbescholtenheit des Mannes als mildernd. Erschwerend wirkten sich u.a. die Vielzahl der Angriffshandlungen und das zarte Alter des Opfers zu deren Beginn, der lange Tatzeitraum und die Tat durch einen nahen Angehörigen aus.

Polizeibeamter hatte beim Heurigen von Fall gehört

Der Schuldspruch erfolgte u.a. wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Blutschande, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und schwerer Nötigung. Der Frau waren die Delikte durch Unterlassung angelastet worden.

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Das noch heute psychisch beeinträchtigte Opfer hatte sich im Lauf der Jahre verschiedenen Personen anvertraut, aber aus Angst aufgrund der Drohungen des Angeklagten nie Anzeige erstattet. Ins Rollen kamen die Ermittlungen, nachdem ein Polizeibeamter im vergangenen Sommer bei einem Heurigenbesuch ein Gespräch von Einheimischen mitangehört hatte. (APA)