Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.06.2018


Australien

Tiroler soll Tod der Mutter seit 2005 verschwiegen haben

255.000 Euro soll ein in Australien lebender Tiroler zu Unrecht kassiert haben, indem er den Tod der Mutter nicht gemeldet hatte.

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Von Reinhard Fellner

Innsbruck, Canberra – Wegen eines fast unglaublichen Falls von Unterschlagung und gewerbsmäßigen Betrugs erhob die Innsbrucker Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen einen in Australien lebenden Tiroler, wie Staatsanwalt Hansjörg Mayr gestern der TT auf Anfrage bestätigte. Dem 57-Jährigen, der bereits vor vielen Jahren mit seiner Mutter nach Australien ausgewandert ist, wird vorgeworfen, sowohl gegenüber den hier lebenden Verwandten als auch gegenüber Banken und Versicherungen verschwiegen zu haben, dass die Mutter bereits 2005 verstorben ist. Gegenüber einer Schweizer Rentenversicherung hat der Angeklagte dies nicht nur verschwiegen, sondern regelmäßig inhaltlich unrichtige Lebensbescheinigungen übermittelt, um weiter Ansprüche vorzutäuschen. Die Schweizer Versicherung hat so insgesamt über 25.000 Euro zu viel bezahlt.

Aber auch eine österreichische und eine deutsche Pensionsversicherungsanstalt haben weiter auf ein Konto der Verstorbenen bezahlt, über welches auch der Angeklagte mitverfügungsberechtigt war. Diese Zahlungseingänge hat der Angeklagte für sich behoben. Dadurch hat sich der Exil-Tiroler laut Staatsanwaltschaft einen weiteren Betrag von über 230.000 Euro angeeignet, was ihm als Unterschlagung angelastet wird.

Gegenüber den australischen Behörden, die den Mann über Ersuchen der Staatsanwaltschaft Innsbruck vernommen haben, hat der Mann die Aussage verweigert. Ein Verhandlungstermin vor dem Innsbrucker Landesgericht wurde noch nicht anberaumt. Im Fall eines Schuldspruchs, der unter Umständen in Abwesenheit des Angeklagten möglich wäre, drohen sechs Monate bis zu fünf Jahre Gefängnis.


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