Letztes Update am Mi, 01.08.2018 05:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innbruck-Land

Wieder Stadelbrand in Inzing: Angst vor Feuerteufel wächst

Der fünfte Brand binnen weniger Wochen im Großraum Zirl lässt die Angst vor einem Feuerteufel größer werden. Über die Brandursachen lässt sich aber noch nichts sagen.

Wieder stand in Innsbruck-Land ein Stadel im Vollbrand: diesmal in Inzing.

© www.zeitungsfoto.at/TeamWieder stand in Innsbruck-Land ein Stadel im Vollbrand: diesmal in Inzing.



Zirl – Alarm gegen Mitternacht: Für die Feuerwehren im Bezirk Innsbruck-Land wird das in den letzten Wochen zur traurigen Routine. Auch in der Nacht auf Dienstag mussten die Florianijünger, mehrere Polizeistreifen und Rettungskräfte ausrücken, um einen Stadelvollbrand in Inzing unter Kontrolle zu bringen.

Wieder ein Stadel: Der fünfte binnen weniger Wochen im Bezirk Innsbruck-Land. Bei der Polizei wächst die Sorge, dass ein Brandstifter sein Unwesen treiben könnte, auch wenn die Brandursachen nicht genau geklärt sind.

Diesmal ging der Alarm um 0.25 Uhr los, beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Holzgebäude bereits in Vollbrand. „Durch die starke Rauchentwicklung musste die Bahnstrecke für rund eine Stunde gesperrt werden“, erzählt ein Beamter der Polizei Zirl. Andere Gebäude waren zum Glück nicht in Gefahr, da es sich um einen freistehenden Stadel handelte.

Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.

35 Feuerwehrmänner aus Inzing und 26 Mann der Feuerwehr Zirl brachten die Flammen rasch unter Kontrolle. Das Gebäude brannte allerdings bis auf die Grundmauern nieder. Zur Ursache kann die Polizei derzeit nichts sagen, Brandermittler nehmen am Vormittag ihre Arbeit auf.

Brandstiftung wahrscheinlich

Die Vermutung liege allerdings nahe, dass auch dieser Stadel mutwillig in Brand gesetzt worden sei, heißt es seitens der Polizei.

Die Polizei ermittelt.
Die Polizei ermittelt.

Man habe jedenfalls entsprechende polizeiliche Maßnahmen ergriffen, hoffe zusätzlich aber auf Hinweise aus der Bevölkerung, so Chefinspektor Stefan Margreiter vom zuständigen Kriminaldienst des Bezirkspolizeikommandos in Hall. „Erfahrungsgemäß wissen wir nämlich, dass solche Brände nicht einfach aufhören. Täter neigen dazu, die Serie fortzuführen.“ Wer verdächtige Personen beobachtet, der solle sich daher nicht scheuen, die Polizei zu informieren, appelliert Margreiter an Zeugen, sich zu melden.

Auffällig ist die Häufigkeit der Brände allemal: Die Serie startete am 19. Juli, just jenem Tag, an dem über den mutmaßlichen Erpfendorfer Brandstifter die Untersuchungshaft verhängt worden war. Zur Erinnerung: Der 17-jährige Feuerwehrmann hatte wochenlang die Einsatzkräfte im Unterland in Atem gehalten. Insgesamt werden ihm acht Brandstiftungen vorgeworfen, die Schäden sind enorm.

Während die Menschen in Erpfendorf endlich aufatmen konnten, startete plötzlich eine auffällige Brandserie im Oberland. Am 19. Juli brach zunächst gegen 6 Uhr Früh ein Brand in einem Stall in Pfaffenhofen aus. Einen Tag später ging wenige Kilometer weiter östlich in Pettnau gegen Mitternacht ein Stadel in Flammen auf und brannte völlig aus. Ebenfalls nur Schutt und Asche blieben von einem Stadel in Zirl übrig, wer wenige Tage später passierte. Nur einen Tag darauf wurden die Feuerwehren Unterperfuss und Kematen zum Brand eines Stadels in Unterperfuss gerufen. Bislang sind die Ursachen für die Brände noch nicht geklärt. Die Angst vor einem Feuerteufel bleibt. (rena/TT)