Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.08.2018


Tirol

Expertise aus Tirol für den Katastrophenfall

Die Bedeutung von sozialen Netzwerken im Ernstfall steigt weiter: MÜG-Chef Elmar Rizzoli ist mit dabei als Fachberater jetzt wieder nach Deutschland eingeladen.

© Andreas Rottensteiner / TTDas Know-how der Stadt Innsbruck und von Elmar Rizzoli zum Einsatz von sozialen Medien ist auch in Deutschland gefragt.Foto: Rottensteiner



Innsbruck – Die sozialen Netzwerke haben das tägliche Leben und die Gesellschaft nachhaltig verändert. Keine neue Erkenntnis. Aber eine, auf die sich Institutionen und Organisationen oft erst langsam einstellen. Mit all den Gefahren, aber auch sehr vielen Chancen, die das Internet dabei bietet. Speziell im Fall eines großen Unglücks oder etwa einer Naturkatastrophe. Für den Chef der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG), Elmar Rizzoli, bieten die sozialen Netzwerke für staatliche Organe dabei mehrere Möglichkeiten. Als „Kommunikationsplattform, als Chance, relativ schnell ein umfassendes Lagebild zu bekommen und auf gewisse Dinge selbst Einfluss nehmen zu können“ – Letzteres etwa, wenn es darum geht, freiwillige Helfer oder Spendenaufrufe für Hilfsgüter bei einem Hochwasser besser zu koordinieren. Zu alldem hat man sich in der Stadt Innsbruck längst Gedanken gemacht. Bereits zum wiederholten Mal wurde Rizzoli jetzt als Fachberater für eine große, bundesländerübergreifende Übung auch nach Deutschland eingeladen.

„Das ist eine schöne Anerkennung“, erklärt Rizzoli dazu, der von einer „gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit“ mit den Kollegen in Deutschland spricht. Der erste und wichtigste Ansatz sei dabei, dass man als Stadt bzw. Behörde natürlich bei den Menschen bekannt sein müsse. „Es ist ganz wichtig, dass die Bürger die Kanäle kennen und wissen, wo sie sich informieren müssen. Dabei ist es natürlich ein zentraler Punkt, dass man nicht nur im Einsatzfall aktiv ist, sondern ständig informiert.“ Man habe sich in der Stadt Innsbruck (gemeinsam mit dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit) seit dem Jahr 2014 intensiv mit der Thematik beschäftigt. „Wir sind in diesem Bereich gut aufgestellt – das ist auch in Deutschland nicht geheim geblieben“, sagt Rizzoli.

An der Übung in Deutschland, dabei handelt es sich um ein Planspiel mit einer Gasnotlage, nehmen insgesamt zehn Ministerien teil – involviert sind über 1000 Personen. „Ich erwarte mir davon schon auch Rückschlüsse für die Stadt Innsbruck.“ Das Planspiel selbst findet im November statt. (mw)