Letztes Update am Di, 14.08.2018 10:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Missbrauchsvorwürfe

Australischer Erzbischof kommt um Gefängnis herum

Der ehemalige Erzbischof von der australischen Milionenmetropole Adelaide darf 12 Monate Haft in Hausarrest absitzen.

Der australische Erzbischof Philip Wilson nach der Gerichtsverhandlung.

© AFPDer australische Erzbischof Philip Wilson nach der Gerichtsverhandlung.



Melbourne – Der ehemalige australische Erzbischof Philip Wilson muss trotz seiner Verurteilung in einem Missbrauchsskandal nicht ins Gefängnis. Der 67-Jährige war im Mai schuldig gesprochen worden, den mehrmaligen Missbrauch zweier Messdiener durch einen pädophilen Priester in den 1970er Jahren vertuscht zu haben. Ein Gericht in Newcastle entschied nun am Dienstag, dass Wilson seine zwölfmonatige Haftstraße in Hausarrest absitzen darf. Diesen muss er jetzt im Haus seiner Schwester in Newcastle verbüßen.

Wilson war bis zu seinem Rücktritt im vergangenen Monat Erzbischof der australischen Metropole Adelaide. Erst nach massivem Druck aus Politik und Gesellschaft verkündete er seinen Rücktritt.

Die katholische Kirche in Australien steht wegen Zehntausender Missbrauchsfälle schon seit Jahren in der Kritik. Auch der australische Kurienkardinal George Pell muss sich demnächst wegen Missbrauchsvorwürfen aus vergangenen Jahren vor Gericht verantworten. Pell ist als Finanzchef des Vatikans die inoffizielle Nummer drei des Kirchenstaats. Der 77-Jährige hat sich beurlauben lassen, um sich besser verteidigen zu können. (TT.com/dpa)

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