Letztes Update am Di, 14.08.2018 17:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

New Yorker Prozess gegen „El Chapo“ bleibt in Brooklyn

Ein Antrag von Guzmans Verteidigern wurde abgelehnt. Der Strafprozess soll am 5. November starten und könnte vier Monate oder länger dauern.

Joaquin "El Chapo" Guzman bei seiner Festnahme 2014.

© Reuters/Henry RomeroJoaquin "El Chapo" Guzman bei seiner Festnahme 2014.



New York – Der bevorstehende Gerichtsprozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman wird wie geplant im New Yorker Stadtteil Brooklyn stattfinden. Richter Brian Cogan lehnte am Dienstag während einer Anhörung einen Antrag von Guzmans Verteidigern ab, das Verfahren nach Manhattan verlegen zu lassen, wo ihr Mandant im Gefängnis sitzt.

Die Anwälte hatten argumentiert, die aufwendigen Fahrten der Polizei könnten Guzman noch vor einem Urteil als Schwerverbrecher wirken lassen und die Meinung der Geschworenen damit beeinflussen.

Diese Bedenken seien berechtigt, sagte Cogan. Er habe aber mit den US-Marshals, die für den Schutz der Gerichte verantwortlich sind, eine Lösung gefunden. Details nannte er nicht. Anwalt Eduardo Balarezo vermutet, dass Guzman für das Verfahren jeweils für mehrere Tage in eine Einrichtung in Brooklyn verlegt wird.

Prozess startet am 5. November

Der Strafprozess soll am 5. November starten und könnte vier Monate oder länger dauern. Bis dahin arbeiten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung durch massenhaft Beweismaterial. Bei einer Verurteilung droht Guzman eine lebenslange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Guzman wirkte während der 20-minütigen Anhörung am Dienstag gesund und geistig anwesend. Er winkte seiner Frau Emma Coronel, die ohne die Zwillingstöchter im Gericht erschienen war. Guzman schaute sie fast durchgehend an und ließ seine Blicke nur zeitweise durch den Saal wandern. Die nächste Anhörung ist für den 20. September geplant. (APA/dpa)