Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.10.2018


Innsbruck

Streit um Hundeverbot am Baggersee eskalierte

Am Baggersee in der Rossau kam es zum Konflikt zwischen einer Hundebesitzerin und der MÜG, die Frau muss nun mit einer Verwaltungsstrafe rechnen.

"Dieses Areal unterliegt dem Bäderhygienegesetz, daher ist das Hundeverbot hier sehr streng zu ahnden", erklärte MÜG-Chef Elmar Rizzoli.

© Rottensteiner"Dieses Areal unterliegt dem Bäderhygienegesetz, daher ist das Hundeverbot hier sehr streng zu ahnden", erklärte MÜG-Chef Elmar Rizzoli.



Von Michael Domanig

Innsbruck – „Ich kam mir vor wie bei einem Großeinsatz. Die Kinder waren verängstigt und auch ich war total aufgeregt.“ So fasst eine 53-jährige Innsbruckerin (Name der Redaktion bekannt) einen Vorfall zusammen, der sich vergangenen Donnerstagnachmittag am Innsbrucker Baggersee ereignete. Ein Konflikt über das Hundeverbot am Areal eskalierte, die Mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck (MÜG) und die Polizei rückten aus.

Doch der Reihe nach: Die Hundebesitzerin war, wie sie selbst schildert, mit ihrem fünfjährigen Sohn und ihrem 17-jährigen Rehpinscher am Baggersee unterwegs, begleitet von einer Freundin mit deren zwei Kindern. Von einem Gärtner wurde sie darauf aufmerksam gemacht, dass Hunde nicht aufs Areal dürften. Daraufhin ging die Gruppe weiter zum Kinderspielplatz beim Baggersee, der, wie die Hundebesitzerin betont, völlig leer gewesen sei. Der kleine Rehpinscher sei angeleint unter der Bank gesessen.

Eine Mitarbeiterin der MÜG, vom Gärtner verständigt, habe sie „schroff angesprochen“ und ihren Ausweis verlangt, erzählt die Frau weiter, dies habe sie verweigert. Daraufhin sei die Polizei aufgetreten – ein zufällig anwesendes Auto und ein weiterer Streifenwagen –, sodass man sie am Ende „acht Mann hoch vernommen“ habe. Man habe dabei von einer Anzeige „bis 10.000 Euro“ gesprochen. Der Polizei habe sie den Ausweis natürlich gezeigt.

„Es kann doch nicht sein, dass ich mit einem Kind nicht auf einen leeren Spielplatz darf, nur weil ich einen kleinen Hund dabeihabe“, ärgert sich die Frau. Besonders unverständlich sei das Verbot am Baggersee außerhalb der Badesaison. Zudem verweist die Besitzerin auf eine „schwierige Situation“: Der Hund sei sehr brav, könne aber nicht allein in der Wohnung bleiben, „sonst bellt er – und dann habe ich die MÜG daheim vor der Tür stehen“. Auch das sei schon mehrfach vorgekommen.

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MÜG-Chef Elmar Rizzoli zeichnet nach einem Blick in den Akt ein ganz anderes Bild: „Normalerweise ist so ein Problem nach dem Hinweis auf das Hundeverbot erledigt.“ Doch die Hundebesitzerin habe sich zunächst gegenüber dem Mitarbeiter der IKB (Innsbrucker Kommunalbetriebe) uneinsichtig gezeigt und diesen beschimpft. Auch am Spielplatz habe sie keine Einsicht bewiesen und sich gegenüber den MÜG-Mitarbeitern so aggressiv verhalten, dass eben die Polizei verständigt werden musste. Rizzoli bestätigt im TT-Gespräch, dass seitens der MÜG eine Verwaltungsanzeige gegen die Frau vorliegt, ohne deren Inhalt näher auszuführen.

„Das Areal am Baggersee unterliegt dem Bäderhygie­negesetz“, stellt Rizzoli klar. „Wenn man Hunde hineinlassen würde, müssten die IKB jedes Jahr um teures Geld das Erdreich abtragen, weil speziell die flüssigen Hinterlassenschaften der Hunde in den Boden eindringen. Daher gilt das Verbot auch im Winter und deshalb ist man hier auch sehr streng.“ Übrigens sei auch die MÜG sehr wohl zur Identitätsfeststellung berechtigt, ergänzt Rizzoli.