Letztes Update am Mi, 10.10.2018 10:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rumänien

Mordfall Marinowa: Offenbar DNA-Material von Verdächtigem an Leiche

Der Tatverdächtige flüchtete nach Angaben der Grenzpolizei schon am Sonntag nach Deutschland, wo seine Mutter leben soll. Sein DNA-Material soll laut Ermittlern am Körper der Toten gefunden worden sein.

Im Mordfall Marinowa wurde offenbar ein Verdächtiger verhaftet.

© AFPIm Mordfall Marinowa wurde offenbar ein Verdächtiger verhaftet.



Sofia – Nach dem Mord an der bulgarischen TV-Moderatorin Viktoria Marinowa soll ein Tatverdächtiger in Deutschland festgenommen worden sein. Das berichtete die bulgarische Zeitung 168 Tschassa am Dienstagabend auf ihrer Internetseite. Auch die Behörden haben eine Festnahme bestätigt. Der polizeibekannte Verbrecher habe die in der bulgarischen Donaustadt Russe ermordete Moderatorin des Kabelsenders TVN nicht gekannt, hieß es. Sein DNA-Material soll laut Ermittlern am Körper der Toten gefunden worden sein.Dem 21-Jährigen würden Vergewaltigung und vorsätzlicher Mord vorgeworfen.

Wo in Deutschland der Mann gefasst wurde, sagte der Behördensprecher nicht. Die Leiche der Moderatorin war in einem Park am Donauufer in Russe entdeckt worden. Marinowa war dort joggen gegangen. Der Verdächtige sei über die Donaubrücke von Russe nach Rumänien geflüchtet, sagte Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow. Nach derzeitigem Ermittlungsstand bestehe kein Zusammenhang zwischen der Tat und der Arbeit der 30-jährigen Journalistin, sagte Zazarow.

Marinowa hatte in der letzten Ausgabe ihrer neuen Sendung „Detektor“ einen Investigativjournalisten aus Rumänien und einen aus Bulgarien zu Gast. Die beiden recherchieren über angeblichen Betrug mit EU-Fördergeldern in Bulgarien. Das EU-Betrugsbekämpfungsamt OLAF wertet derzeit die Informationen aus Bulgarien aus. Die bürgerlich-nationalistische Regierung in Sofia wurde international aufgefordert, den Mord rasch aufzuklären.

Flucht nach Deutschland

Marinowa war am Samstag in einem Park am Donauufer vergewaltigt und erwürgt worden. Der Tatverdächtige, der dem Bericht zufolge 21 Jahre alt ist, flüchtete nach Angaben der Grenzpolizei schon am Sonntag nach Deutschland, wo seine Mutter leben soll.

Zwei private bulgarische Fernsehsender hatten am Dienstagabend gemeldet, dass sich der Mann im Ausland aufhalten soll. In seiner Wohnung sei Marinowas Handy gefunden worden, berichtete der private Fernsehsender bTV unter Berufung auf eigene Quellen.

Im Zusammenhang mit dem Mord an der 30-Jährigen war am Dienstag in Russe ein rumänischer Obdachloser vernommen worden. Der Mann wurde inzwischen wieder freigelassen, da es laut Polizei keine Beweise oder Indizien gab, dass er der Täter war. (APA/AFP)