Letztes Update am Di, 23.10.2018 12:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Mit fremdem Kind (5) vor Zug gesprungen: Beschuldigter geständig

Es war ein großer Schock: In Wuppertal hatte im April ein Mann am Hauptbahnhof einer Familie ihr Kind entrissen und war mit ihm vor einen fahrenden Zug gesprungen. Wie durch ein Wunder wurde der Fünfjährige nur leicht verletzt. Vor Gericht gab es ein Geständnis.

Symbolfoto.

© Thomas BöhmSymbolfoto.



Wuppertal – Nach dem Sprung vor einen fahrenden Zug mit einem fremden Kind im Arm in Wuppertal hat sich der 23-jährige Beschuldigte vor Gericht geständig gezeigt. Es stimme, was in der Antragsschrift der Staatsanwaltschaft stehe, sagte er am Dienstag vor dem Wuppertaler Landgericht. Dem psychisch kranken Mann wird vorgeworfen, Mitte April auf einem Bahnsteig am Wuppertaler Hauptbahnhof einen fünfjährigen Buben von seiner Familie losgerissen zu haben. Mit dem Kind im Arm und vor den Augen von Eltern und Geschwistern des Kindes soll der Inder vor eine einfahrende S-Bahn gesprungen sein.

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Schizophrenie diagnostiziert

Der Zug überrollte die beiden trotz einer Notbremsung und kam über ihnen zum Stehen. Laut Staatsanwaltschaft war es allein einem glücklichen Zufall und dem Lokführer zu verdanken, dass der Bub nur leichte Verletzungen am Kopf erlitt. Wenn der Zug etwas weiter gefahren wäre, hätte ihn ein tieferliegendes Teil treffen können. Der 23-Jährige habe versucht, „heimtückisch einen Menschen zu töten“, so die Staatsanwaltschaft.

Ein Gutachter hat bei dem Beschuldigten eine Schizophrenie diagnostiziert. Während der Verhandlung wirkte er verängstigt und verwirrt. Immer wieder sprach er davon, Stimmen gehört zu haben. Das Gericht prüft eine dauerhafte Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie. (dpa)