Letztes Update am Mo, 29.10.2018 21:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Gülle im Murmeltierbau: Freispruch für Tiroler Ehepaar

Der Landwirt und seine Frau, denen vorgeworfen wurde, einen Murmeltierbau absichtlich mit Gülle vollgepumpt zu haben, wurden am Montag von Tierquälerei freigesprochen.

Der Bauer pumpte den Murmeltierbau nicht absichtlich mit Gülle voll.

© TTDer Bauer pumpte den Murmeltierbau nicht absichtlich mit Gülle voll.



Gerlos – Im April soll ein Landwirt auf einer Almwiese in Gerlos mittels Güllewagen und Schlauch so lange Gülle in einen Murmeltierbau geleitet haben, bis die Gülle aus dem vollgepumpten Bau wieder herausspritzte. Beobachtet und auf Video gebannt wurde die Tat von einem Naturliebhaber. Eine Anzeige folgte. Am Montag mussten sich der Landwirt und seine Frau, die den Güllewagen lenkte, vor Gericht verantworten.

Das Paar bekannte sich zu Beginn der Verhandlung nicht schuldig. Sie hätten die Gülle nicht absichtlich eingeleitet. Murmeltierbauten seien aber für Kühe gefährlich.

Nachdem das Ehepaar beteuert hatte, dass der Güllewagenschlauch aufgrund einer Verstopfung wieder neu eingerichtet werden musste und dabei das Schlauchende – wohl zufälligerweise – am Eingangsloch des Murmeltierbaus zuliegen gekommen war, hielt sogar Staatsanwalt Robert Mader den Vorwurf vorsätzlicher Tierquälerei nicht mehr beweisbar. Richter Andreas Mair fällte daraufhin einen rechtskräftigen Freispruch im Zweifel.

Der Fall hätte bereits am 23. August am Landesgericht verhandelt werden sollen, wurde jedoch verschoben. Den beiden Angeklagten wurde Eingriff in fremdes Jagdrecht in der Schonzeit sowie versuchte Tierquälerei vorgeworfen. (ad, TT.com, fell)