Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Landesgericht

Pleitier verschwieg 70.000 Euro: Milde Strafe



Scheitern Unternehmer, ist der Niedergang ihrer Firma meist nicht deren einziges Problem. Nicht selten interessiert sich nämlich auch die Justiz dafür, was genau zur Pleite führte und dadurch folglich Gläubiger geschädigt wurden. Da kann aus einst angesehener selbstständiger Tätigkeit nur allzu schnell ein Verbrechens­tatbestand werden. Gestern am Landesgericht musste sich so ein 56-Jähriger wegen betrügerischer Krida verantworten. Einst galt er als Stütze großer Tiroler Veranstaltungszentren — bis er in die Pleite geschlittert war.

Die Situation war existenzbedrohend, die Ehefrau krank im Bett, nicht einmal mehr Geld für die ausständige Miete war aufzutreiben. In diesem Zuge „vergaß" der Innsbrucker bei Vermögensverzeichnissen in Exekutions- und Konkursverfahren zu erwähnen, dass aus einstigen Arbeiten noch Forderungen über 70.000 Euro bestehen würden. Vor Richter Thomas Dampf gestand der Angeklagte unverblümt ein, dass er davon 14.000 Euro einfach schlicht zum Leben gebraucht hatte. Auch Arbeiter mussten noch bezahlt werden. Bei so viel Reue erging eine milde Strafe: 1440 Euro, lediglich 360 Euro davon unbedingt. (fell)




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