Letztes Update am Fr, 23.11.2018 18:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Nach Warnung: Weitere Tiroler Opfer von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern

Betrüger in der Leitung: Besorgte Tiroler meldeten der Polizei in letzter Zeit vermehrt Anrufe von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern. In mindestens drei Fällen erbeuteten die Täter mit ihrer dreisten Betrugsmasche Geldbeträge im vierstelligen Bereich.

© EPA(Symbolbild)



Innsbruck – Dubiose Anrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter halten derzeit die Tiroler Polizei auf Trab, die TT berichtete. Auch gegen Ende der Woche meldeten sich noch immer Betroffene. So soll am Donnerstag laut Polizei eine Person aus Innsbruck um mehr als 1000 Euro erleichtert worden sein, nachdem sich ein vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter über das Fernwarte-Programm „TeamViewer“ Zugriff auf den Computer verschaffen hatte.

Bereits am Mittwoch war eine Frau (53) aus Innsbruck-Land einem solchen Betrüger aufgesessen. Der anonyme Anrufer sagte demnach, der Laptop der 53-Jährigen sei von einem Hackerangriff bedroht. Die Frau installierte daraufhin ebenfalls ein Fernwartetool, wodurch sich der angebliche Techniker Zugriff auf den Laptop verschaffte. So gelang es ihm, mehrere Überweisungen im unteren vierstelligen Eurobereich zu tätigen. Glück im Unglück: Ein Teil des Geldes konnte von der Bank rückgebucht werden, auf einem Schaden in dreistelliger Höhe bleibt die Frau dennoch sitzen.

Ignorieren, reagieren, anzeigen

Mehr Glück hatte am Donnerstag eine Person aus dem Oberland. Aufgrund der Berichterstattung wusste sie bereits von der Betrugsmasche und beendete das Telefongespräch umgehend. Dazu rät auch die Polizei eindringlich. Sollte jemand allerdings bereits in die Falle getappt sein, solle der Computer vom Internet getrennt und sämtliche Passwörter geändert werden. Als weitere Maßnahme legen die Beamten den Betroffenen eine Anzeige nahe.

Dies tat nun auch eine betroffene Person aus Wattens, wie die Polizei am Freitagabend mitteilte. Bereits am 6. November tappte sie in die „Microsoft“-Falle und wurde ebenfalls um eine vierstellige Summe betrogen.

Keine Programme installieren

Aufgrund des aktuellen Vorfalles ruft die Polizei erneut zur Vorsicht auf und warnt vor unbekannten Anrufern, die vorwiegend Englisch und vorgeben, ein technisches Problem beheben zu wollen. Dabei haben es die Betrüger auf empfindliche Daten – und in weiterer Folge auch Geld – abgesehen.

Konkret geben sich die unbekannten Anrufer als Microsoft-Mitarbeiter aus und wollen ihre Opfer dazu überreden, ein Fernwartetool zu installieren, um sich Zugriff auf den Computer des Opfers zu verschaffen. Oft nutzen die Kriminellen dafür auch gefälschte E-Mails oder infizierte Webseiten.

Sobald sie auf den Rechner zugreifen können, installieren sie Schadprogramme oder spähen persönliche Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummern aus. Für diese vermeintliche „Dienstleistung“ verlangen die Fake-Techniker dann auch noch Geld. (TT.com)