Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Bezirk Landeck

Baby nach Vorfall in Zams verstorben: Verdacht gegen Mutter erhärtet

Ein zwei Wochen alter Bub aus dem Oberland musste am Mittwoch nach dem Baden im Zammer Krankenhaus reanimiert werden. Der Säugling verstarb einen Tag später in der Innsbrucker Klinik. Nach der Obduktion erhärtet sich der Verdacht gegen die Mutter.

© ZOOM.TIROLKrankenhaus St. Vinzenz in Zams.



Von Thomas Hörmann

Zams, Innsbruck — An der Innsbrucker Klinik haben die Ärzte am Donnerstagabend den Kampf um das Leben eines erst zwei Wochen alten Babys verloren. Der Verdacht gegen die Mutter erhärtet sich.

Denn inzwischen ist auch klar, warum das Baby beim Baden das Bewusstsein verlor. „Die Obduktion an der Gerichtsmedizin hat ergeben, dass das Kind mehrere Minuten ohne Sauerstoff war. Als Ursache wurde eine Kombination aus Ertrinken und Ersticken festgestellt, wobei Zweiteres offenbar einen größeren Anteil hatte", so Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Was genau in einem Patientenzimmer des Zammer Krankenhauses geschah, ist nach wie vor unklar. Dennoch hat das Ergebnis der Obduktion den Verdacht erhärtet, dass die Mutter für den Tod des Kindes verantwortlich sein könnte. „Die Frau ist noch immer in der psychiatrischen Abteilung untergebracht", erklärt Willam: „Sie konnte vorerst nicht einvernommen werden." Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Rückblick. Vater und Mutter hatten das Kleinkind am Dienstag zur Routineuntersuchung ins Zammer Krankenhaus gebracht. Offenbar litt der Säugling an einer leichten Form der Gelbsucht. Keine ungewöhnliche Diagnose für ein zwei Wochen altes Baby. Wie in solchen Fällen üblich, wurde das Kind bestrahlt. Mittwochmittag hätte der Säugling wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden sollen. „Warum die Eltern mit dem Kind länger blieben, wissen wir noch nicht", sagt Willam.

Am Nachmittag verließ der Vater für kurze Zeit das Spitalszimmer, in dem seine Partnerin und das Kind untergebracht waren. Nach seiner Rückkehr „schrie er gegen 15.50 Uhr um Hilfe, die Mutter drückte gleichzeitig den Alarmknopf", erklärt Willam. Als die Pflegerinnen und Ärzte im Zimmer eintrafen, war das Baby nass, blau im Gesicht und ohne Bewusstsein. Nach der erfolgreichen Reanimation wurde der Bub am Abend mit dem Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen.

Dort verstarb der Säugling am Donnerstagabend. Der Sauerstoffmangel über mehrere Minuten hatte aber das Gehirn bereits so schwer geschädigt, dass die Ärzte das Baby nicht mehr retten konnten. (tom)


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