Letztes Update am Sa, 24.11.2018 11:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Landeck

Babytod in Zams: Vorläufige Anhaltung gegen Mutter verhängt

Nachdem ein zwei Wochen alter Säugling in Zams durch Ertrinken bzw. Ersticken gestorben ist, ermittelt die Justiz gegen die Mutter des Kindes. Diese befindet sich in der Innsbrucker Justizanstalt in der psychiatrischen Abteilung.

Krankenhaus St. Vinzenz in Zams.

© ZOOM.TIROLKrankenhaus St. Vinzenz in Zams.



Zams – Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat am Freitag eine so genannte vorläufige Anhaltung gegen eine Mutter verhängt, deren 14 Tage altes Baby nach dem Baden gestorben war. Gegen die Frau wird, wie in der Tiroler Tageszeitung berichtet, wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung ermittelt, bestätigte Staatsanwaltschaftssprecher Thomas Willam. Die Mutter befinde sich nach wie vor in psychiatrischer Behandlung.

Vater und Mutter hatten das Kleinkind am Dienstag zur Routineuntersuchung ins Zammer Krankenhaus gebracht. Offenbar litt der Säugling an einer leichten Form der Gelbsucht. Keine ungewöhnliche Diagnose für ein zwei Wochen altes Baby. Wie in solchen Fällen üblich, wurde das Kind bestrahlt. Mittwochmittag hätte der Säugling wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden sollen. „Warum die Eltern mit dem Kind länger blieben, wissen wir noch nicht“, sagt Willam.

Säugling in Klinik verstorben

Am Nachmittag verließ der Vater für kurze Zeit das Spitalszimmer, in dem seine Partnerin und das Kind untergebracht waren. Nach seiner Rückkehr „schrie er gegen 15.50 Uhr um Hilfe, die Mutter drückte gleichzeitig den Alarmknopf“, erklärt Willam. Als die Pflegerinnen und Ärzte im Zimmer eintrafen, war das Baby nass, blau im Gesicht und ohne Bewusstsein. Nach der erfolgreichen Reanimation wurde der Bub am Abend mit dem Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen. Dort verstarb der Säugling am Donnerstagabend. Der Sauerstoffmangel über mehrere Minuten hatte aber das Gehirn bereits so schwer geschädigt, dass die Ärzte das Baby nicht mehr retten konnten.

Eine Obduktion habe ergeben, dass der Säugling ertrunken bzw. erstickt und mehrere Minuten lang ohne Sauerstoffzufuhr gewesen sei, sagte der Staatsanwalt. „Aufgrund dieser mehreren Minuten gehen wir davon aus, dass es nicht versehentlich passiert ist und das Baby nur kurz unter Wasser war, sondern hegen den Verdacht, dass es absichtlich war“, so Willam. Zudem sei die Frau zum Zeitpunkt des Vorfalls alleine mit dem Kind gewesen.

Deshalb sei noch am Freitagabend gegen die Mutter eine „vorläufige Anhaltung“ verhängt worden. Dies sei quasi das Pendant zu einer Untersuchungshaft bei nicht zurechnungsfähigen Verdächtigen, sagte der Staatsanwalt. Die Frau befinde sich derzeit bis zur Entscheidung des Haftrichters in der Innsbrucker Justizanstalt in der psychiatrischen Abteilung. (TT/APA)


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