Letztes Update am Fr, 11.01.2019 12:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Blutbad in Ungarn: Wiener legte Feuer und erschoss Vater von Freundin

Der 57-Jährige erschoss in Ungarn den Vater seiner Lebensgefährtin und verletzte drei weitere Familienmitglieder schwer. Bevor die Schüsse fielen, soll der Mann ein Feuer in dem Haus gelegt haben.

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Budapest – Ein 57-Jähriger aus Wien hat laut ungarischer Polizei am Donnerstagabend in Ungarn den Vater seiner Lebensgefährtin erschossen und drei weitere Angehörige derselben Familie, darunter seine Partnerin, teils lebensgefährlich verletzt. Zuvor habe der Mann in dem Wohnhaus im Komitat Veszprem ein Feuer gelegt. Am Ende erschoss er sich selbst.

Der Tatort liegt in der kleinen Ortschaft Kaptalanfa in Westungarn. Der 57-Jährige kam am Abend zum Elternhaus seiner Lebensgefährtin, sagte die Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums, Virag Aradi, laut Ungarischer Nachrichtenagentur MTI am Freitag. Die Frau war zu ihren Eltern zurückgekehrt und hielt sich bei ihrer Familie auf. Der Polizeibericht legte nahe, dass sie den Mann verlassen hatte.

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Kinder flohen vor Schüssen zu den Nachbarn

Es sei ein Streit ausgebrochen. Der gebürtige Wiener habe mit einer Schusswaffe das Feuer auf die Familie eröffnet. Noch bevor die Schüsse fielen, hatte der Wiener den ungarischen Behörden zufolge das Haus in Brand gesteckt.

Laut ungarischen Medienberichten hat die Tat eine kinderreiche Familie getroffen. Einige der elf Kinder des Ehepaares flüchteten vor den Schüssen zu Nachbarn, hieß es. Der Vater der 40-Jährigen starb an Ort und Stelle. Die Frau selbst soll ebenso wie die Mutter der Familie lebensgefährlich verletzt worden sein. Ein dreijähriges Mädchen trug eine schwere Kopfwunde davon. Eine weitere Schwester der 40-Jährigen – sie soll 22 Jahre alt sein – sei ebenfalls verletzt, aber ihr Zustand am Freitag stabil. Die Opfer wurden in zwei Spitälern der Region behandelt.

Sprecherin Aradi bestätigte auf Anfrage der APA, dass von der Tat auch ein Kind betroffen war. Die ungarische Boulevardzeitung „Blikk“ hatte online berichtet, dass ein dreijähriges Mädchen durch die Schüsse verletzt wurde. Offenbar dürfte es sich dabei um die jüngere Schwester der Frau handeln.

Nach dem Angriff auf die Familie beging der 57-Jährige laut den Ermittlern Selbstmord. Die ungarische Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Das Außenministerin in Wien bestätigte auf APA-Anfrage den Vorfall und dass es sich um einen österreichischen Staatsbürger gehandelt habe. (APA)