Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.01.2019


Tirol

Polizei warnt vor dreisten Erpressungsversuchen

Das Bundeskriminalamt warnt, dass seit etwa einer Woche zahlreiche Erpresser-Mails im Umlauf sind. Die Ermittler raten, keinesfalls zu zahlen oder die geforderten Daten auszuhändigen.

Per Mail versuchen die Erpresser, die Empfänger mit Drohungen unter Druck zu setzen.

© ReutersPer Mail versuchen die Erpresser, die Empfänger mit Drohungen unter Druck zu setzen.



Innsbruck – Bomben, Entführungspläne, peinliche Videos: Das sind nur einige der teils massiven Druckmittel, mit denen Erpresser derzeit Opfer bedrohen. Das Bundeskriminalamt warnt, dass seit etwa einer Woche zahlreiche Erpresser-Mails im Umlauf sind. „Das Ziel der Täter ist immer dasselbe, entweder wollen sie Geld oder personenbezogene Daten“, warnen die Ermittler.

Besonders perfide sind jene Erpresser, die vorgeben, von Entführungsplänen gegen ein Familienmitglied des Mail-Empfängers zu wissen. Die Informationen seien allerdings nicht gratis – wer mehr über die Pläne erfahren will, muss zahlen. Davon rät das Bundeskriminalamt allerdings ab. Das gilt auch für die übrigen derzeit aktuellen Erpressungsversuche. Etwa mit Bomben, die hochgehen sollen, wenn nicht eine bestimmte Summe überwiesen wird.

Beliebt ist auch die „Hacker“-Masche: Dabei geben die Täter vor, den Computer des Mail-Empfängers gehackt und Beweise für Besuche auf Porno-Seiten gesammelt zu haben. Wenn der Computer-Besitzer die Veröffentlichung seiner Porno-Vorlieben verhindern will, müsse er zahlen. Eine Spielart der Hacker-Masche ist die Behauptung der Erpresser, sie würden die Webcam des Opfers kontrollieren und seien so in den Besitz peinlicher Aufnahmen gelangt.

Die aktuellen Erpresser-Mails haben eines gemeinsam: „Die darin angeführten Behauptungen sind erfunden, auch wenn sie plausibel klingen“, betont das Bundeskriminalamt. Entsprechend raten die Ermittler, keinesfalls zu zahlen oder die geforderten Daten auszuhändigen. „Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern und folgen Sie keinen Links.“ Wer zu den Tätern Kontakt aufgenommen hat, soll ihn abbrechen.

Nach Erkenntnissen der Polizei versuchen derzeit mehrere Tätergruppen, mit Erpresser-Mails ans Geld der Opfer zu kommen. (tom)