Letztes Update am Mo, 14.01.2019 12:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niederösterreich

Tote 16-Jährige in Wiener Neustadt: Verdächtiger geständig

Die Leiche der Jugendlichen war am Sonntagvormittag in einem Park in Wiener Neustadt gefunden worden. Das Mädchen wurde offenbar erwürgt. In der Nacht auf Montag wurde ein 19-Jähriger festgenommen.

Die Leiche wurde in einem Park gefunden.

© APADie Leiche wurde in einem Park gefunden.



Wiener Neustadt – Der Tod einer 16-Jährigen, deren Leiche am Sonntag in einem Park in Wiener Neustadt gefunden wurde, ist durch Ersticken eingetreten. Die von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angeordnete Obduktion kam laut Polizei zu diesem Ergebnis. Das Opfer wurde „offensichtlich gewürgt“. Der 19 Jahre alte Verdächtige war in der Nacht auf Montag gefasst worden und wurde am Vormittag einvernommen.

Der junge Mann hat zugegeben, das Mädchen umgebracht zu haben. „Zu den Details hat er sich aber bedeckt gehalten“, sagte Markus Bauer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt auf APA-Anfrage. Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Bauer zufolge wurde der Verdächtige am Montagvormittag zwei Mal einvernommen. Untersuchungshaft wurde beantragt.

Leiche unter Ästen und Blättern versteckt

Der tatverdächtige Syrer wurde am Sonntag um 23.58 Uhr von der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität in Wien-Favoriten festgenommen. „Mehrere Hinweise zum Aufenthaltsort des Mannes kamen aufgrund der medialen Berichterstattung“, sagte Baumschlager. Die Polizei hatte nach dem ehemaligen Freund der Jugendlichen gefahndet, auch Fotos des 19-Jährigen waren veröffentlicht worden.

Die Leiche der 16 Jahre alten Einheimischen war am Sonntagvormittag im Anton-Wodica-Park in Wiener Neustadt in Niederösterreich gefunden worden. Das in einem Gebüsch abgelegte und mit Blättern sowie Ästen bedeckte Opfer wurde laut Exekutive „von mehreren Personen“ entdeckt. Angaben von Angehörigen zufolge war die Jugendliche nach Lokalbesuchen in der Nacht auf Sonntag nicht nach Hause gekommen.

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Verdächtiger hatte aufrechten Asylstatus

Der Syrer hatte einen aufrechten Asylstatus. Ein Aberkennungsverfahren gegen den Mann wurde 2018 eingestellt, sagte Christoph Pölzl, Sprecher des Innenministeriums, auf eine APA-Anfrage an das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl. Ein entsprechendes Verfahren wurde demnach am Montag erneut eingeleitet.

Den rechtlichen Rahmen für die Möglichkeit einer Aberkennung des Schutzstatus bilden die so genannte Status-Richtlinie und die Genfer Flüchtlingskonvention. Verlangt werde etwa das Vorliegen eines besonders schweren Verbrechens, teilte Pölzl mit. Die Definition ergebe sich durch die aktuelle Judikatur der Höchstgerichte. Im Fall des 19-Jährigen sei 2018 kein solches Verbrechen vorgelegen, sagte der Sprecher.

Gerüchten um eine nicht durchgeführte Abschiebung des Verdächtigen erteilte Pölzl eine Absage. Weitere Details gab der Sprecher aus Datenschutzgründen nicht bekannt.

Es war die bereits dritte Gewalttat mit einer Frau als Opfer, die sich in Niederösterreich binnen einer Woche ereignete. Am Dienstag war eine 40 Jahre alte vierfache Mutter in Amstetten erstochen worden, am Mittwochabend hatte ein Messerangriff auf eine 50-Jährige im Bezirk Wiener Neustadt-Land tödlich geendet. Beide Tatverdächtige sind Männer, sie befinden sich in Untersuchungshaft. (APA)