Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Prozess

Asylwerber drohte in Asylamt: Ein Jahr Haft für 24-Jährigen

(Symbolfoto)

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Ein 24-jähriger Syrer zählt wahrlich nicht mehr zu den unbeschriebenen Behördenblättern. Aus etlichen Heimen musste er bereits verlegt werden, nachdem er dort Sozialarbeiter bedroht und auch anderweitige Straftaten begangen hatte.

Eine tickende Zeitbombe? Im November setzte sich dieses Verhalten jedenfalls nahtlos am Innsbrucker Bundesamt für Asylwesen fort. Dort hatte er gegen einen Bescheid Beschwerde eingelegt und forderte seine Original-Dokumente zurück. Da dies verweigert werden musste, da sich die Dokumente bei der Rechtsmittelinstanz befanden, wurde der Asylwerber aggressiv und schlug derartig heftig gegen die Glasscheibe, dass eine Klappe beschädigt wurde. Einen Monat später kam der 24-Jährige wieder und reichte einer Assistentin mit der Hand ein Feuerzeug durch die Klappe und drohte unter Vorhalten der Flamme: „Siehst du die Flamme? Ich werde hier alles anzünden!"

Verteidigerin Julia Barenth argumentierte mit Unbesonnenheit und zermürbender Ungewissheit des Asywerbenden. Richterin Helga Moser sah jedoch die Tatbestände des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der Sachbeschädigung klar erfüllt. Ein Jahr Haft nahm der Syrer vorerst sofort trotzig an — und erhob nach Beratung doch noch volle Berufung. (fell)




Schlagworte