Letztes Update am Do, 07.02.2019 12:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärnten

Chihuahua in Sack über Stiege geworfen: 27-Jähriger verurteilt

Ein 27-jähriger Kärntner steckte einen Chihuahua in einen Sack und warf ihn über eine Stiege. Das Tier erlitt einen Kieferbruch. Der Mann durchtrennte außerdem die Bremsseile bei einem Freund seines Bruders.

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Klagenfurt – Wegen Tierquälerei, Sachbeschädigung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit ist am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ein 27-jähriger Kärntner zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der Mann hatte einen Chihuahua in einen Sack gesteckt und über eine Stiege geworfen, das Tier erlitt einen Kieferbruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 27-Jährige bekannte sich vor Richter Christian Liebhauser-Karl schuldig. Er leide unter einer psychotischen Störung und habe zum Tatzeitpunkt mit Aggressionen zu kämpfen gehabt, außerdem habe es immer wieder Auseinandersetzungen mit seinem Bruder gegeben. Dessen Haustier bekam die Aggressionen dann ab: „Der Hund hat dauernd in die Wohnung gemacht“, gab der 27-Jährige an.

Die weiteren Vorwürfe betrafen einen Freund seines Bruders – dieser habe sich über ihn lustig gemacht, weswegen der Angeklagte die Brems- und die Gangseile von dessen Fahrrad durchschnitt. Auch das gab der 27-Jährige vor Gericht zu. Aber: „Ich hätte die vorderen Bremsseile ganz lassen sollen, damit er auf die Gosch‘n fliegt.“ Der Mann hatte damals nur knapp einen Sturz mit seinem Rad verhindern können.

Keine aufgehobene Dispositionsfähigkeit

Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Angeklagten eine eingeschränkte, aber keine aufgehobene Dispositionsfähigkeit – er gab auch keine Gefährlichkeitsprognose ab. „Sein Zustand hat sich gebessert, er sollte aber weiterhin antipsychotische Medikamente nehmen und sich jeden Monat einer fachärztlichen Kontrolle unterziehen“, empfahl der Sachverständige.

Neben der bedingten Haftstrafe sprach Liebhauser-Karl auch die Weisung aus, dass sich der 27-Jährige regelmäßig fachärztlich untersuchen lassen muss. Der Angeklagte erbat drei Tage Bedenkzeit, Staatsanwältin Daniela Zupanc erklärte Rechtsmittelverzicht. (APA)