Letztes Update am Sa, 23.02.2019 07:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Breite Front in Tirol gegen Kuh-Urteil, Bauern alarmiert

Ein Stubaier Bauer soll eine existenzzerstörende Strafe zahlen. Interessenvertreter wollen das nicht hinnehmen, prüfen Lösungen – und bekommen Rückendeckung aus dem ganzen Land.

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Birgit Hechenberger • 24.02.2019 19:44
Ich finde das Urteil unfassbar und gleichzeitig bestätigt sich mein Gefühl, dass wir uns immer mehr amerikanischen Rechtsverhältnissen angleichen. Warum werden die eigentlichen Verursacher eines Ereignisses geschützt? Was ist mit unserem Hausverstand, mit unserer Eigenverantwortung? Bin ich für mein Tun nicht selbst verantwortlich und muss mir über die Konsequenzen Gedanken machen? Haben Warnungen, Schilder, etc. überhaupt noch einen Wert? In Fällen wo Hunde beteiligt bzw. der Auslöser für die Attacke sind, muss sich der Hundehalter vorher erkundigen, welche Gefahren von seinem Tier ausgehen können! Das ist nicht die Aufgabe der Bauern. Außerdem ist schwer einzusehen, warum wegen einiger Unbelehrbaren alle ausgesperrt werden. Ich appelliere an alle Juristen realitätsnaher und mit Hirn zu arbeiten. Gesetze sollten einfacher und weniger missinterpretierbar sein.
Werner Rauch • 23.02.2019 19:12
Ich möchte den Angehörigen mein Beileid aussprechen, allerdings bin ich aufgrund des Urteils im Zweifel, was sich ein Richter/in dabei gedacht hat. Ob da der Überblick über die daraus resultierenden Folgen mit eingerechnet werden sollten, wäre meine Frage. Und auch, ob die Hinterbliebenen, auch wenn es eine traurige Sache ist, so ein Urteil gewollt haben oder ob es nur ein Prestigeobjekt von Rechtsanwälten ist.
Günther Kramarcsik • 24.02.2019 08:19
Vermutlich trifft Letzteres zu. Amerika lässt grüßen!
Elfriede Schinnerl • 23.02.2019 16:10
Es ist leider eine Zeiterscheinung, dass es immer mehr um sich greift, dass für diverse Vorfälle immer ein Verantwortlicher oder Schuldiger gesucht und auch gefunden werden muss. Selbstverantwortung ist immer mehr ein Fremdwort. Da immer mehr Menschen ihre Freizeitaktivitäten in die Natur verlegen und sich dort immer mehr ungehindert und frei bewegen und aufhalten und natürlich von keinerlei Einschränkungen belästigt werden wollen, wird die logische Folge wohl derart sein, dass von den zur Verantwortung gezogenen Bauern die Weidetiere im Sommer nicht mehr auf die Alm gebracht werden (dies mit allen für uns alle absehbaren Konsequenzen hinsichtlich der Natur) oder aber die Almen (und nicht nur diese) für touristische Zwecke eben nicht mehr geöffnet werden, was ich eher befürworten würde. Im übrigen kann auch woanders etwas passieren (z.B.Steinschlag - ausgelöst von Schafen, Ziegen oder Wildtieren oder schlechter Zustand der Bergsteige), für das dann bei einem Vorfall auch wiederum ein Schuldiger gesucht und gefunden werden muss. Zu beachten ist außerdem, dass zusätzlich zu der immer größer werdenden Schar der Freizeitwanderer/Sportler immer mehr mit Hunden in Weidegebieten unterwegs sind, sodass Weidetiere mehr oder weniger unfreiwillig den ganzen Tag in irgendwelche Streßsituationen gebracht werden. Dafür die Landwirte in der geplanten Form zur Verantwortung zu ziehen, ist meines Erachtens die billigste und einfachste Lösung und lebensfremd und für den jeweiligen Tierhalter existenzbedrohend. Ich verstehe die Verunsicherung der Landwirte und hoffe auf ein anderes lebensnaheres Urteil
Martin Hauser • 23.02.2019 15:57
Es kommt immer öfter vor, dass ausser Rand und Band geratene Richter Urteile fällen, die kein normal denkender Mensch mehr verstehen kann. Eigenverantwortung hat keinen Stellenwert mehr. Immer müssen Schuldige gefunden und zur Kasse gebeten werden. Wobei ich oft den Verdacht habe, dass nicht die zu Schaden gekommenen selbst sondern ihre Versicherungen zum Kadi laufen. Im gegenständlichen Fall ist nur zu hoffen, dass die Berufungsgerichte dieses Urteil aufheben. Und von diesem Erstrichter hoffe ich, dass er selbst anstandshalber nie auf einem Almwanderweg spazieren geht.
Elfi Wegscheider • 23.02.2019 07:23
Es wird mit Schildern darauf hingewiesen deshalb muss jeder selbst Entscheiden ob man den Weg benützt oder nicht..
Günther Kramarcsik • 23.02.2019 07:57
Ja, wir sind wohl alle mündige Bürger und als solche sollten wir auch eigenverantwortlich handeln.

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