Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Gerichtssplitter

29-Jähriger soll Frau 52.000 Euro herausgelockt haben

Wegen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss saß gestern eine Unterländerin vor Gericht.

© ZOOM.TIROLWegen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss saß gestern eine Unterländerin vor Gericht.



Immer wieder beteuerte der junge Tiroler gestern vor dem Innsbrucker Landesgericht, dass „sie es aus Liebe zu mir getan hat. Das Geld hat sie mir geschenkt, um mich glücklich zu machen. Ich war so was wie ihr Toybo­y." Anders sah das die Anklag­e. Diese warf dem 29-Jährigen vor, seine 28 Jahre ältere Bekannte aus der Schweiz ausgenutzt, bedrängt, ihr insgesamt 52.000 Euro herausgelockt und damit den Tatbestand des schweren Betrugs erfüllt zu haben.

Kennen gelernt hatten sich die beiden im Frühsommer 2014 in Innsbruck. Relativ schnell soll es ernst geworden sein, Nummern und Adressen wurden ausgetauscht, mehrere Treffen folgten. Ende Juli überwies die 57-jährige Schweizerin dem Mann aus dem Bezirk Schwaz erstmals 18.000 Euro, einen Monat später übergab sie ihm 19.000 Euro in bar. Im November des Jahres 2015 nahm die alleinerziehende Mutter einen Kredit über 15.000 Euro auf und gab das Geld ebenfalls ihrem Freund. „Damit habe ich Schulden bezahlt, mir Klamotten gekauft. Sie wollte mir das Geld geben, um mich glücklich zu machen", gab dieser an.

„Ich war verliebt, naiv, blöd", sagte hingegen die Schweizerin. Sie habe psychische Probleme, eine bipolare Störung. Der Tiroler habe sie immer wieder um Geld gebeten. Und sie habe in ihrer Gutmütigkeit geglaubt, die geliehene Summe so oder so zurückerstattet zu bekommen. Als sie doch einen Darlehensvertrag aufsetzte, habe sich der Tiroler geweigert, diesen zu unterschreiben.

Der mutmaßliche schwere Betrug war aber nicht das einzige Delikt, dessentwegen gegen den in Untersuchungshaft sitzenden 29-Jährigen verhandelt wurde. Er soll in eine Schlägerei im Sillpark verwickelt gewesen sein und Ende vergangenen Jahres eine inzwischen 26 Jahre alte Deutsche über mehrere Tage geschlagen, beschimpft und bedroht haben. Weil nicht genug Zeit war, um alle geladenen Zeugen zu den drei Anklagepunkten zu befragen, vertagte der Richter die Verhandlung auf unbestimmt.

Prozess wegen Unfalls unter Alkoholeinfluss

Eine 47-jährige Unterländerin saß gestern wegen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss im November vergangenen Jahres auf der Anklagebank. Ihr Beifahrer hatte sich dabei Nasen- und Jochbein gebrochen. Sie habe „nur drei Gläser Wein" getrunken. In Kombination mit ihrem Asthmaspray aber genug, um Bremse und Gaspedal zu verwechseln. Wie betrunken die Frau zum Zeitpunkt des Unfalls war, ließ sich nicht feststellen. Da das Gericht noch medizinische Gutachten einsehen wollte, um somit festzustellen, ob das Vergehen einer schweren Körperverletzung vorliegt, wurde die Verhandlung vertagt. (bfk)