Letztes Update am Mi, 24.04.2019 09:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Rassistischer Mörder soll heute in Texas hingerichtet werden

Gemeinsam mit zwei Komplizen hatte John William King einen Schwarzen zusammengeschlagen, an ein Auto gebunden und zu Tode geschleift. Am heutigen Mittwoch soll er per Giftspritze hingerichtet werden.

John William King im Februar 1999, nachdem er zu Tode verurteilt worden war.

© AFPJohn William King im Februar 1999, nachdem er zu Tode verurteilt worden war.



Huntsville – Ein wegen Mordes zum Tode verurteilter Rassist soll am Mittwoch im US-Bundesstaat Texas hingerichtet werden. Nachdem sein Antrag auf Verschiebung abgelehnt wurde, soll der 44-jährige John William King im Gefängnis von Huntsville per Giftspritze getötet werden.

King am Tag vor seiner Hinrichtung.
King am Tag vor seiner Hinrichtung.
- Texas Department of Criminal Jus

Opfer starb nach mehreren Kilometern Fahrt

Der Fall des 49-jährigen Anhalters James Byrd hatte die USA Ende der 90-Jahre erschüttert: King und zwei weitere Männer hatten ihn entführt, zusammengeschlagen und schließlich an ihr Auto gebunden. Dann fuhren sie durch die Gegend und schleiften Byrd hinter sich her. Ein Pathologe sagte während des Prozesses aus, Byrd habe extreme Schmerzen erlitten und sei erst nach einigen Kilometern Fahrt gestorben, als er gegen ein Betonrohr geschleudert wurde, das seinen Kopf vom Körper abtrennte.

King war bereits 1999 zum Tode verurteilt worden. Er gehört den „Confederate Kights of America“ an – einer rassistischen Vereinigung, die dem Ku-Klux-Klan nahesteht. Mehrere Versuche seiner Anwälte, den Prozess neu aufzurollen oder die Hinrichtung zu verschieben, scheiterten. Einer von Kings Mittätern war bereits 2011 hingerichtet worden, ein zweiter sitzt eine lebenslange Gefängnisstrafe ab.

Gesetz gegen Hassverbrechen trägt Bryds nahmen

Bei vielen Amerikanern hatte das Verbrechen Erinnerungen an Lynchjustiz und jahrzehntelang gesellschaftlich akzeptierten Rassismus wachgerufen. US-Präsident Barack Obama nahm den Fall rund zehn Jahre später zum Anlass für ein neues Gesetz gegen Hassverbrechen, das Byrds Namen trägt.

Sollte King wie geplant hingerichtet werden, wäre es die vierte vollstreckte Todesstrafe in den USA im laufenden Jahr. Einige Hinterbliebene des Mordopfers haben sich wiederholt gegen die Hinrichtung der Täter ausgesprochen. So sagte Byrds Sohn Ross Byrd vor einigen Jahren dem Fernsehsender CNN, man könne „Mord nicht mit Mord bekämpfen“. (APA/AFP)